Quote bei 4,0 Prozent

Corona: "Nur" 215 neue Arbeitslose im Kreis Hersfeld-Rotenburg dank Versandhandel

ARCHIV - 14.11.2017, Sachsen, Leipzig: Blick in eine Halle des Online-Versandhandels Amazon. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) legt am 21.01.2020 seine Bilanz für das Jahr 2019 vor und wirft einen Blick in die Zukunft des Online-Handels. (zu dpa "Online-Händler berichten über 2019 - Neue Rekordzahlen zu erwarten") Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der Versandhandel dürfte sich in Hersfeld-Rotenburg positiv auf die Arbeitslosenquote ausgewirkt haben.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ansteigen lassen. Im Vergleich kommt der Kreis Hersfeld-Rotenburg aber gut weg, was vor allem am Versandhandel liegt.

Die Corona-Pandemie hat sich im April massiv auf den Arbeitsmarkt im Landkreis ausgewirkt: Derzeit sind 215 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im März. Die Quote steigt auf 4,0 Prozent. Im März hatte sie bei 3,6 gelegen, im Vorjahr bei 3,7. Allerdings fällt der Anstieg der Arbeitslosenzahlen deutlich moderater aus als im hessenweiten Durchschnitt. Dort stieg die Quote von 4,5 auf 5,2 Prozent. 

Die vergleichsweise gute Situation in Hersfeld-Rotenburg ist laut Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, unter anderem mit der großen Bedeutung des Versandhandels für den hiesigen Arbeitsmarkt zu erklären. „Durch die Umsatzsteigerung in den vergangenen Wochen werden derzeit zusätzliche Mitarbeiter gesucht. Davon profitieren auch Teile des Lager- und Logistikbereichs, die für den Versandhandel als Dienstleister tätig sind“, sagt Dombrowski. Zudem versuchen Speditionen ihre Fachkräfte zu halten, weil beispielsweise Berufskraftfahrer seit Jahren schwer zu rekrutieren sind. Teile des Handwerks, das in Waldhessen ein wichtiger Beschäftigungssektor sei, seien von der Corona-Krise ebenfalls weniger stark betroffen, etwa im Dienstleistungsbereich. 

Dass die Lage nicht noch schlechter ist, hat zudem – wie in ganz Deutschland – mit der Möglichkeit der Kurzarbeit zu tun. Bis zum 26. April haben laut Arbeitsagentur im Landkreis 932 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Betroffen sind fast 10 900 Beschäftigte. Dombrowski erwartet, dass letztlich etwa jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Waldhessen von Kurzarbeit betroffen sein wird. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, weil die Beantragung nachträglich erfolgt. Zum Vergleich: In den USA, die ein mit der deutschen Kurzarbeit vergleichbares Instrument bislang nicht haben, stieg die Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent im Februar auf mittlerweile rund 15 Prozent. 

Die Unterbeschäftigungsquote, die auch Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz IV beziehen, liegt bei 5,0 Prozent (Vormonat: 4,8; Vorjahr: ebenfalls 5,0). (red/czi)

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