Seit Wochen nicht ein Cent

Corona: Massive Einbußen bei Gastro- und Hotelbetrieben

Corona: Massive Einbußen bei Gastro- und Hotelbetrieben
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Corona: Massive Einbußen bei Gastro- und Hotelbetrieben

Durch den Corona-Shutdown müssen Gastronomen und Hotelbetreiber nun auch auf die lukrativen Monate April und Mai verzichten.

  • Corona breitet sich weiter aus
  • Auch die Gastronomie- und Hotelbetreiber sind von der Krise betroffen
  • Massive Einbußen im April und Mai

Mit den ersten Corona-Fällen kamen die Stornierungen, durch den Shutdown müssen Gastronomen und Hotelbetreiber im Kreis Hersfeld-Rotenburg nun auch auf die lukrativen Monate April und Mai verzichten. „Es geht nicht nur um Umsätze, es geht um Existenzen“, heißt es vom Kreisverband Waldhessen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Viele Betriebe fordern vor allem eines: Das Ende der Ungewissheit.

Keinen Termin für Wiedereröffnung

Denn einen Termin für die Wiedereröffnung von Hotels und Gaststätten gibt es bisher nicht. „Wir waren die Ersten und werden wohl auch die Letzten sein“, sagt der waldhessische Dehoga-Vorsitzende Holger Reichenauer. Der Wunsch der etwa 100 Mitgliedsbetriebe des Kreisverbands sei ganz klar: eine vorsichtige Eröffnung zu einem belastbaren Termin. Dabei hielten viele die Durststrecke lieber noch etwas länger durch, als zu riskieren, dass Hotels und Gaststätten aufgrund steigender Fallzahlen erneut schließen müssen. Ohne weitere Hilfe (siehe Hintergrund) sei aber die Existenz jedes dritten Betriebes in Deutschland bedroht.

Holger Reichenauer, Vorsitzender Hotel- und Gaststättenverband

„Wir haben seit sechs Wochen keinen Cent Umsatz gemacht“, sagt Markus Göbel, Leiter des Fünf-Sterne-Hotels Prinz von Hessen in Friedewald. Für viele Betriebe in der Branche sei die Corona-Krise absolut existenzbedrohlich. Zur Göbel-Gruppe gehören drei weitere Hotels im Kreis – nur das Hotel zum Löwen in Friedewald hat für Geschäftsreisende und Monteure geöffnet. Von rund 300 Mitarbeitern im Kreis sind fast alle in Kurzarbeit. „Wenn ich höre, dass die Lufthansa neun Milliarden Euro bekommt und die heimische Gastronomie und Hotellerie zu Grunde geht – das ist einfach nur noch schlimm“, sagt Göbel.

Auch der Hessische Hof in Bebra verzeichnet massive Einbußen: „Das tut richtig weh“, sagt Inhaber Thorsten Rehs, der mit Essen außer Haus und den verbleibenden Übernachtungen von Geschäftsreisenden höchstens fünf Prozent des üblichen Umsatzes erreicht. „Der Mittelstand muss die Krise bezahlen“, sagt Rehs, der nach der Wiedereröffnung bereits mit einer Preissteigerung rechnet. 

Mehrwertsteuersenkung soll helfen

Die Große Koalition will die Steuer auf Speisen, die in einem Restaurant, Café oder Bar verzehrt werden, auf sieben Prozent senken (bisher 19 Prozent). Gelten soll die Regelung ab 1. Juli und für ein Jahr. Geholfen sei damit erst bei Wiedereröffnung, sagt Hanns-Karl Madelung vom waldhessischen Dehoga-Vorstand. Die reine Getränkegastronomie sei außen vor. Er kritisiert zudem die zeitliche Begrenzung und fordert Soforthilfen: Auch nach der Öffnung sei eine lange Durststrecke zu erwarten. cig

Alle Neuigkeiten zuCorona im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind im News-Ticker zu finden. 

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