Gefahrenquelle See und Fluss

DLRG mahnt zur Vorsicht an unbewachten Badestellen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

+
Passt auf, dass nichts passiert: Peter Schuchardt von der DLRG hat ein Auge auf die Badegäste im Rotenburger Waldschwimmbad.

Die Monate Juli und August sind Hochsaison für Badeunfälle. Gefahrenquellen sind vor allem unbewachte Badestellen, heißt es von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

An den beiden großen Badeseen im Landkreis, dem Breitenbacher See und dem Seepark in Kirchheim, gilt Baden auf eigene Gefahr.

„Das ist eine Schwachstelle“, sagt Peter Schuchardt vom DLRG-Kreisverband Hersfeld-Rotenburg. Denn die Zahlen sind eindeutig: Im vergangenen Jahr sind in Hessen 36 Menschen ertrunken – 33 der tödlichen Unfälle ereigneten sich in Bächen, Flüssen und Seen. Die DLRG unterstütze die Schwimmmeister in den meisten Bädern des Kreises – hauptsächlich am Wochenende, zur Hochsaison wenn möglich auch unter der Woche.

Das Bewachen der Badeseen sei für die Ehrenamtler dagegen personell schwierig zu stemmen. „Ohne gewisse Voraussetzungen wird das auch nicht funktionieren“, so Schuchardt. Die Retter benötigten Aufenthaltsräume, sanitäre Anlagen, technisches Gerät wie Defibrillator und Telefon sowie ein Taschengeld zum Ausgleich ihrer Kosten. Zudem gebe es neben den großen Badeseen etwa den beliebten Obersuhler Kiessee sowie zahlreiche weitere „Geheimtipps“ im Landkreis. Bei Hitze badeten viele Kinder auch in der Fulda.

Den letzten Todesfall durch Ertrinken im Kreis gab es 2015. Ein 24-Jähriger aus Eritrea kam im Breitenbacher See ums Leben. Der Asylbewerber konnte nicht schwimmen: ein bundesweiter Trend, der den Rettern Sorge bereitet. Nur knapp über 40 Prozent der Kinder könnten nach der Grundschule schwimmen, so DLRG-Sprecher Achim Wiese. In den 1990er-Jahren seien es nahezu 90 Prozent gewesen.

Im Kreis ist die Zahl der Schwimmkurse relativ konstant. Dennoch lässt sich eine Entwicklung ausmachen: Die Zahl der abgelegten Jugendschwimmabzeichen Bronze, ab dem das sichere Schwimmen beginnt, nimmt im Vergleich mit den Schwimmkursen ab.

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.