69-Jähriger steht am Donnerstag vor Gericht

Ehemaliger Chefarzt wegen fahrlässiger Tötung in Bad Hersfeld angeklagt

Bad Hersfeld. Ein 69-jähriger Arzt muss sich heute wegen fahrlässiger Tötung vor dem Strafrichter am Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten. Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen ehemaligen Chefarzt des Klinikums.

Dem Mediziner wird vorgeworfen, einen Patienten operiert zu haben, obwohl ihm dessen zu niedrige Blutgerinnungswerte bekannt gewesen sein sollen. Der Mann starb an den Folgen des Eingriffs.

Der Patient ist laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft im November 2010 aufgrund wiederholt auftretender Oberbauchschmerzen stationär ins Klinikum aufgenommen worden, wo der Angeklagte als behandelnder Arzt eine operative laparoskopische Resektion (Entfernung) der Gallenblase vorgenommen habe.

Als der Arzt während der Operation einen etwa 1,5 Zentimeter großen Knoten an der Leber entdeckte, entschloss er sich wegen des Verdachts auf ein Karzinom neben dem geplanten Eingriff an der Gallenblase auch einen Teil der Leber zu entfernen. Ferner wurde ein Nabelbruch versorgt.

Nachblutungen

Im Anschluss an die OP sei es schließlich zu wiederholten Nachblutungen an der Leber gekommen, so dass vier Revisionsoperationen notwendig waren. Der Patient wurde zunächst nach Kassel und dann ins Universitätsklinikum Berlin verlegt, wo er infolge eines Multiorganversagens jedoch verstarb. (red/nm)

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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