An Schulen in Waldhessen sind keine Übergriffe bekannt

Gewalt gegen Lehrer: Nur Einzelfälle im Kreis

Hersfeld-Rotenburg. Gewalt gegen Lehrer hat in Deutschland drastisch zugenommen. Mit dieser Nachricht schreckte der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) die Öffentlichkeit auf.

Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter knapp 2000 Lehrern bundesweit. Demnach hat fast ein Viertel der Befragten bereits Bedrohungen, Beleidigungen oder Mobbing erlitten. Sechs Prozent waren Opfer körperlicher Angriffe von Schülern oder auch Eltern. An den Schulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist Gewalt gegen Lehrer kein Thema. Gerda Körzell, die sowohl im Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als auch im Gesamtpersonalrat am Staatlichen Schulamt für die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißer aktiv ist, sagt, sie habe mit Kollegen über das Thema gesprochen, aber „da hat keiner etwas berichten können.“

Ein klares Nein auf die Frage nach Gewalt-Problemen kommt von Manfred Brill, dem kommissarischen Leiter der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra. „Wir haben ein ausgeklügeltes System, wo jeder auf jeden schaut“, sagt Brill. „Wir gucken schon hin, wenn’s anfängt brenzlig zu werden.“ Probleme anzusprechen und Unterstützung zu suchen, sei an der Brüder-Grimm-Schule eine gewachsene Kultur. Verbale Gewalt, also Beschimpfungen und Drohungen von Eltern, erleben die Lehrkräfte an der Ernst-von-Harnack-Grundschule in Bad Hersfeld dagegen immer wieder einmal. Das käme so zwei- bis dreimal im Jahr vor, berichtet Schulleiterin Karina Schnaar, habe aber in den vergangenen zehn Jahren nicht zugenommen und sei auch kein aktues Problem. Einzelfälle von Gewalt gegen Lehrer habe es an der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg gegeben, sagt Schulleiterin Sabine Amlung. Im vergangenen Jahr sei ein Junge so aggressiv gewesen, dass er zuhause beschult werden musste. Es sei auch schon einmal vorgekommen, dass das Auto einer Lehrerin zerkratzt wurde. (zac/kbr)

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Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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