Einnahmen aus der Gewerbesteuer im Trend

Hersfeld-Rotenburg: Firmen zahlen wieder mehr an Gemeinden

Hersfeld-Rotenburg. Nach einem schwierigen Jahr hat sich die Wirtschaft im Kreis Hersfeld-Rotenburg 2015 wieder besser entwickelt. Das spüren auch die Städte und Gemeinden: Die Vorauszahlungen auf die Gewerbsteuer sind in fast allen Kommunen deutlich gestiegen.

Die 20 Kommunen in Waldhessen haben im vergangenen Jahr fast 57,9 Millionen Euro an Steuervorauszahlungen von den Unternehmen eingenommen. Das sind im Vergleich zum wirtschaftlich schwachen Jahr 2014 fast 12,9 Millionen Euro mehr - ein Zuwachs um 28,6 Prozent, wie das statistische Landesamt mitteilt.

Die Steuervorauszahlung ist ein Indikator der regionalen Konjunktur, auch wenn die Unternehmen bei schlechter Entwicklung oder hohen Ausgaben über mehrere Jahre Geld zurückfordern können. Sogar im Vergleich zum sehr guten Gewerbesteuerjahr 2013 (Vorauszahlung: 53,3 Mio. Euro) gab es noch einmal ein Steuerplus von 8,6 Prozent. Damit liegt der Kreis nach einem Ausreißerjahr wieder im Landestrend, wobei die hessischen Unternehmen 2015 so viele Steuern vorausgezahlt haben wie noch nie (fast 4,6 Milliarden Euro).

„Insgesamt partizipiert der Kreis von stabilen und gesunden Einnahmen“, kommentiert Landrat Dr. Michael Koch (CDU). Das schlage sich im ausgeglichenen Kreishaushalt nieder, sodass Kreis- und Schulumlage weiter auf niedrigem Niveau bleiben können.

Was für den Kreis erfreulich ist, sorgt gerade bei Kommunen mit hohen Einnahmen auch für Missmut. Durch die Abgaben an den Kreis und die Gewerbesteuerumlage bleibt ihnen nur etwa ein Viertel dessen, was die Firmen vor Ort abgeben. Und bei höheren Vorauszahlungen sinken zugleich die Zuweisungen aus dem Kommunalen Finanzausgleich. „Das System ist sehr fragwürdig geworden, weil es für die Kommunen nicht planbar ist“, sagt Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer (CDU).

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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