Vor allem junge Menschen wollen Jäger werden

Interesse an der Jagd im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wächst

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Immer beliebter: Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg entscheiden sich immer mehr junge Menschen dazu, einen Jagdschein zu erwerben. Gerade junge Frauen begeistern sich verstärkt für die Jagd.

Hersfeld-Rotenburg. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg entscheiden sich immer mehr junge Menschen dazu, einen Jagdschein zu erwerben.

Das berichten sowohl der Kreisjagdverein Hersfeld als auch die Jägervereinigung Rotenburg. Laut Winfried Marchewka vom Kreisjagdverein ist die Zahl der Kursteilnehmer in den vergangenen drei Jahren gestiegen, mittlerweile gibt es bis zu 19 Anmeldungen pro Jahr. Rund zwei Drittel der Jungjäger seien dabei im Alter von 16 bis 35 Jahren.

Wolfgang Adam von der Jägervereinigung Rotenburg bestätigt diesen Trend. Acht bis zwölf angehende Jäger absolvierten jährlich ihre Ausbildung im Verein. Vor allem die Zahl der Interessenten, die eine sogenannte Jagdschule besuchen, steige – das ist ein Intensivkurs für angehende Jungjäger, der meist drei Wochen dauert.

„Triebfeder ist für die Jungjäger das Interesse, sich in der Natur aufzuhalten und die Wechselwirkungen in der Tier- und Pflanzenwelt zu verstehen und zu erleben“, sagt Winfried Marchewka. Wolfgang Adam führt den Anstieg darüber hinaus auf den Wunsch zurück, ein hochwertiges Lebensmittel zu produzieren und die Natur nachhaltig zu nutzen. Seltener dagegen werde der Jagdschein gemacht, um damit einen einfacheren Zugang zu Waffen zu erhalten.

Bei vielen Jagdschulabsolventen zähle allerdings der Vergnügungscharakter, bedauert die Jägervereinigung Rotenburg. Dabei komme dann die Bereitschaft für andere Aufgaben von Jägern, etwa sich um ein Revier zu kümmern oder Jagdhunde auszubilden, zu kurz.

Ebenfalls gestiegen ist in beiden Jagdvereinen die Zahl der Jägerinnen: Im Kreisjagdverein Hersfeld machen die Frauen mittlerweile rund 25 Prozent der insgesamt 483 Vereinsmitglieder aus. Die Jägervereinigung Rotenburg hat momentan 270 Mitglieder. Der Frauenanteil liegt dort bei inzwischen rund 20 Prozent.

Absolventen sind für drei Jahre Jungjäger

Mit Kursen bereiten sich Jäger auf die staatliche Prüfung vor. Die Ausbildung kann neun Monate dauern, mit einem Intensivkurs mehrere Wochen. Gelehrt werden die Bereiche Wildbiologie, Jagdbetrieb, Waffenkunde sowie Jagd-, Naturschutz-, Tierschutz- und Waffenrecht. Wer die Prüfung besteht, hat laut der Oberen Jagdbehörde noch drei Jahre als Jungjäger vor sich, in denen er von erfahrenen Jägern lernt und mit Reviergängen weitere praktische Erfahrungen sammelt. Erst danach ist er berechtigt, ein eigenes Revier zu pachten.

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