Stelle in Wildeck war lange unbesetzt – Raboldshausen sucht

Immer weniger Pfarrer wollen aufs Land: Auch Hersfeld-Rotenburg spürt den Trend

Hersfeld-Rotenburg. Noch gibt es genügend Pfarrer, um die offenen Stellen in der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck zu besetzen. Ein zunehmendes Problem auch für die evangelische Kirche im Kreis Hersfeld-Rotenburg allerdings ist der Trend, dass weniger Pfarrer auf dem Land arbeiten wollen.

Aktuell gibt es zwei Beispiele. Die Pfarrstelle in der Evangelischen Martin-Luther-Kirche in Wildeck, die für Bosserode, Hönebach und Raßdorf zuständig ist, war neun Monate lang vakant. „Wir hatten die Stelle zweimal im kirchlichen Amtsblatt ausgeschrieben. Es gab nicht eine Reaktion“, berichtet Gisela Strohriegl, die Dekanin des Kirchenkreises Rotenburg. Daraufhin wurde die Stelle zum 1. November mit Felix Gottschalk, einem frisch ordinierten Pfarrer, besetzt.

In Neuenstein-Raboldshausen ist die Pfarrstelle seit 1. August vakant. „Auf eine erste Ausschreibung ging auch hier keine Bewerbung ein“, berichtet Frank Hofmann, der Dekan des Kirchenkreises Hersfeld. Die Stelle wird Ende des Monats ein zweites Mal ausgeschrieben. „Im Januar wissen wir mehr“, sagt der Dekan. Der Trend, dass viele Pfarrer große Städte als Arbeitsort vorziehen ist also deutlich spürbar. „Noch sind es bei uns Einzelfälle. Aber unsere Erfahrungen decken sich mit denen aus anderen Kirchenkreisen“, sagen die Dekane.

Erstaunlich sei aber, dass viele Pfarrer, die erst einmal auf dem Land angefangen haben zu arbeiten, dann auch über viele Jahre gern dort bleiben. Jüngstes Beispiel ist Axel Dück, der 34 Jahre lang – und damit sein ganzes Berufsleben – Pfarrer in Solz war und vor kurzem in den Ruhestand verabschiedet worden ist. „Auch er war nach der Ordination dort hingeschickt worden, obwohl das anfangs nicht sein Herzenswunsch war“, berichtet Strohriegl. Dück stammte aus Kassel. (dup)

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Rubriklistenbild: © dpa

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