Recyceln statt zu verbrennen

300.000 Tonnen Müll jährlich im Kreis Hersfeld-Rotenburg verbrannt

Hersfeld-Rotenburg. In Deutschland soll mehr Abfall als bislang recycelt werden. Das ist das Ziel des jüngst im Bundestag abgesegneten Verpackungsgesetzes.

Denn derzeit landet bundesweit fast die Hälfte der im Gelben Sack und in der gelben Tonne gesammelten Verpackungsabfälle in der Müllverbrennungsanlage. Zahlen in dieser Größenordnung gelten auch für den Kreis Hersfeld-Rotenburg, wie Andreas Lingner, Pressesprecher des Abfallzweckverbands (AZV) im Kreis sagt. 

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg würden Verpackungsabfälle weder sortiert noch verwertet. Was nicht recycelt werden kann, sind sogenannte Störstoffe – etwa verschmutzter Abfall. Dieser wird verbrannt – im Kreis in der Müllverbrennungsanlage in Heringen. Betrieben wird diese von der EEW Energy from Waste GmbH – der englische Name bedeutet „Energie aus Abfall“.

Besser für Ökobilanz: 15.000 Tonnen Müll aus Großbritannien

 „Seit Inbetriebnahme unserer Anlage 2009 haben wir mehr als zwei Millionen Tonnen Abfall thermisch verwertet und daraus Energie in Form von Prozessdampf gewonnen“, führt Dr. Ralf Borghardt, technischer Geschäftsführer der EEW in Heringen, aus. 95 Prozent des Abfallaufkommens komme aus Gewerbeabfall, also nicht Hausmüll.

„Etwa fünf Prozent der 300.000 Tonnen verwerteter Abfälle werden aus Großbritannien importiert“, erläutert Borghardt. Auf der Insel sind Deponien noch viel weiter verbreitet als in Deutschland. „Sie bei uns zu verbrennen, ist von der Ökobilanz her besser, als sie dort zu deponieren“, sagt Christian Funk, kaufmännischer Geschäftsführer der EEW in Heringen.

Hintergrund

Die Recycling-Quote liege bei etwa 40 Prozent – gegenüber etwa 50 Prozent bundesweit. Insgesamt fielen 2016 knapp 4300 Tonnen Verpackungsabfall an, das seien etwa 35 Kilogramm pro Einwohner, rechnet Lingner weiter vor. „Die Verpackungsabfälle werden bundesweit zu den verschiedenen Sortieranlagen transportiert und und dort entsprechend behandelt.“ (rai)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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