Sorge um den Nachwuchs

Kreistag: Feuerwehr soll Schulfach werden

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Retten, löschen, bergen, schützen: Die Feuerwehren im Landkreis sind da, wenn sie gebraucht werden, etwa zuletzt beim Scheunenbrand in Kirchheim-Goßmannsrode, als sie ein brennendes Auto in Alheim-Heinebach löschten, gegen die Schlammflut in Kathus im vergangenen September (Foto) und beim Waldbrand im Seulingswald zwischen Meckbach und Ronshausen im April.

Noch gibt es 3400 aktive Feuerwehrleute im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Doch auch in unserer Region haben es die Feuerwehren zunehmend schwerer, Nachwuchs für sich zu gewinnen.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat der Kreistag nun einstimmig ein Pilotprojekt mit dem Arbeitstitel „Feuerwehr als Wahlfach oder AG“ angestoßen. Ziel ist es, mehr junge Menschen für ein Engagement bei den Brandschützern zu begeistern.

„Das ist der richtige Weg, um unsere Feuerwehren zu stärken“, sagte Andreas Börner von der CDU. Die Christdemokraten hatten das Thema auf die Tagesordnung gehoben.

Pilotprojekt

Wie dieses Pilotprojekt konkret aussehen könnte, darüber soll sich jetzt der Kreisausschuss Gedanken machen. Denkbar sei beispielsweise im Rahmen dieses freiwilligen Unterrichts in weiterführenden Schulen eine Ausbildung zum Brandschützer. Zudem sei es wünschenswert, wenn Lehrkräfte als Ausbilder für die Feuerwehr gewonnen werden könnten, so die CDU.

Der Kreisausschuss soll in die Planung des Projekts sämtliche Schulen im Landkreis, das Staatliche Schulamt, den Kreisfeuerwehrverband, den Kreisbrandinspektor und die lokalen Feuerwehren einbinden.

Wenn ein Auto brennt, rückt die Feuerwehr aus, wie hier auf der Bundesstraße 83 bei Alheim.

Karsten Vollmar (SPD) sprach von einer „prima Idee“. Er warb allerdings dafür, das Pilotprojekt nicht in Form eines Wahlpflichtfachs an die Schulen zu bringen („Wahlpflichtfächer werden benotet“), sondern als schulische Arbeitsgemeinschaft (AG). Die Sozialdemokraten legten zudem Wert darauf, dass bei der Projektplanung auch versicherungstechnische Fragestellungen, Freistellungsregelungen beim Arbeitgeber für die Ausbilder sowie die Ausbildungskapazitäten an der Landesfeuerwehrschule berücksichtigt werden sollten.

Friday for Feuerwehr

AfD-Fraktionsvorsitzender Peter Fricke schlug mit Blick auf die aktuellen Klimaschutz-Schülerbewegungen vor, jeden zweiten „Friday for Future“ lieber in einen „Friday for Feuerwehr“ umzuwidmen. Dieser offenbar humorvoll gemeinte Vorschlag fand jedoch nur innerhalb seiner Fraktion Anklang.

Bei Waldbränden werden besonders viele Einsatzkäfte benötigt, wie hier im Seulingswald, wo die Feuerwehr zum Großeinsatz ausrückte. 

In Hersfeld-Rotenburg gibt es nach Angaben des Landkreises derzeit 143 freiwillige Feuerwehren mit 3267 aktiven Mitgliedern. Hinzu kommen 124 Feuerwehrleute in drei Werksfeuerwehren. Darüber hinaus engagieren sich 437 Nachwuchsbrandschützer in 49 Kinderfeuerwehren und 893 Aktive in 78 Jugendfeuerwehren. 

Thomas Specht, Vorsitzender des Feuerwehrkreisverbandes, hatte erst kürzlich beim Kreisverbandstag in Rohrbach darauf hingewiesen, dass die Mitgliederzahl in den Wehren des Landkreises derzeit zwar noch einigermaßen stabil sei, die Gewinnung von Nachwuchs dennoch spürbar schwieriger werde.

Update vom 20.11.2019: Ein Finanzcoach ist an Schulen unterwegs und unterrichtet die Jugendlichen in Sachen Geld und Finanzen.

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