Nach der Kommunalwahl beginnt Poker um Posten und Positionen

Kreistags-Parteien ringen um Mehrheiten

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Landrat  Dr. Michael Koch

Hersfeld-Rotenburg. Knapp eine Woche nach der Kommunalwahl hat hinter den Kulissen des Kreistags das Ringen um neue Mehrheiten begonnen.

Vor allem die CDU ist bestrebt, ihrem Landrat Dr. Michael Koch die nötige Unterstützung bei den entscheidenden Sachfragen zu organisieren. „In den vergangenen Jahren hat es eine große Koalition der Vernunft gegeben“, erinnert Kreisvorsitzender Timo Lübeck an Geschlossenheit bei wichtigen Fragen.

Die SPD, die als stärkste Kraft traditionell Gesprächsangebote an mögliche Partner macht, hält sich noch bedeckt und verweist auf anstehende Beratungen der SPD-Kreisgremien. „Das will klug diskutiert sein“, sagt Spitzenkandidat Torsten Warnecke und macht deutlich, dass auch die Besetzung von wichtigen Ausschüssen eine Rolle spiele. Einer möglichen Koalition mit der CDU steht er skeptisch gegenüber. „Bei der CDU ist viel Ideologie im Spiel“, sagt er.

Die Grünen warnen vor einer solchen großen Koalition. Sie wäre sehr übermächtig. „Das birgt Gefahr für die Pluralität“, meint Spitzenkandidatin Kaya Kinkel. Sie plädiert für die Suche nach wechselnden Mehrheiten, was auch bisher gut funktioniert habe. Auch FDP-Spitzenmann Werner David hält große Koalitionen nur in „Notzeiten“ für sinnvoll und wirbt für eine Sachpolitik ohne Ideologie. Die Freien Wähler meinen, ein Bündnis von CDU und SPD würde den Trend der Bürger „weg von ignoranter Politik der Altparteien“ noch verstärken, erklärt FWG-Chef Jörg Brand, wohingegen Hartmut Thuleweit von der Linken eine große Koalition für die „wahrscheinlichste Entwicklung“ hält.

Die AfD, die mit acht Sitzen drittstärkste Kraft im neuen Kreistag sein wird, meint, große Koalitionen dienten dem Machterhalt und führten zum Machtmissbrauch. Dauerhaft werde dies eher die AfD stärken, so Parteisprecher Gerhard Schenk.

Interaktive Karte:  Kreistagsergebnisse in Nordhessen

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