Azubis haben die freie Auswahl

Noch 576 Lehrstellen im Kreis unbesetzt

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Hersfeld-Rotenburg – Vier Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres sind im Landkreis Hersfeld-Rotenburg von 913 gemeldeten Lehrstellen noch 576 unbesetzt.

Wie die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda am Freitag mitteilte, ist die Schere zwischen der Anzahl der Ausbildungsstellen und der Bewerberanzahl im Agenturbezirk, also in Hersfeld-Rotenburg und Fulda, hessenweit am größten.

Nirgendwo sonst hätten Berufseinsteiger statistisch eine so große Auswahl an potenziellen Arbeitgebern. „Die Perspektiven für Azubis sind hier gigantisch“, sagte Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur. Auf 100 Bewerber kommen in Hersfeld-Rotenburg derzeit 165 freie Stellen. Hessenweit liegt das Verhältnis bei 100 zu 103.

Viele Unternehmen hätten in der Region große Probleme, Stellen zu besetzen. „Auch wenn bis Sommer noch einiges passieren wird, müssen wir davon ausgehen, dass am Ende hunderte Lehrstellen unbesetzt bleiben.“ Die Folgen für heimische Betriebe wären fatal. „In drei Jahren fehlen uns dann genau diese Menschen als Gesellen“, sagte Dombrowski. Er kündigte an, mit dem kommunalen Jobcenter verstärkt prüfen zu wollen, inwieweit auch ältere ungelernte Arbeitslose für eine Ausbildung geeignet sind.

Die meisten unbesetzten Lehrstellen gibt es für Einzelhandelskaufleute (41 Stellen). Dieser Beruf steht auch ganz oben auf der Liste der Berufswünsche von bislang noch unversorgten Bewerbern. „Wenn beide Seiten nicht zusammenfinden, liegt es oft daran, dass die Bewerber nicht die gewünschten Voraussetzungen erfüllen“, so Ottokar Schwerd, Leiter der Berufsberatung der Arbeitsagentur.

Er beobachte allerdings, dass inzwischen immer mehr Betriebe ihre Ansprüche senken  – um freie Plätze überhaupt besetzen zu können: „Früher hätten Personalchefs die Zeugnisse schwächerer Bewerbern beiseite gelegt, heute haben diese Kandidaten je nach Beruf durchaus Chancen, genommen zu werden.“ " ZUM TAGE, SEITE 2

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