In Teilen des Kreises kommt es zu Beschwerden

Post-Chef des Kreises Hersfeld-Rotenburg widerspricht Kritik: Kein Brief bleibt liegen

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Verstehen die Aufregung nicht: Die Austräger stellen die Post im Kreis ordnungsgemäß zu, sind sich (von links) Thomas Stephan-Lamla (Teamleiter in Rotenburg und Zusteller), Christof Wolf (Leiter des Zustellstückpunktes Bad Hersfeld) und Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post, einig.

Hersfeld-Rotenburg. In vielen Teilen des Kreises Hersfeld-Rotenburg hakt es mit der Post. Laut Unternehmen liegt das an mehreren Krankheitsfällen.

Entweder die Briefe kommen erst Tage später an oder sie landen im Briefkasten des Nachbarn. Und auch der Paketdienst sei längst nicht mehr zuverlässig.

Christof Wolf, Leiter des Zustellstützpunktes Bad Hersfeld, und Thomas Kutsch, Pressesprecher der Deutschen Post, geben zu: Über Weihnachten und Neujahr habe es viele Krankenfälle gegeben. Mitarbeiter anderer Stützpunkte wurden eingesetzt, doch die Einarbeitung habe Zeit gebraucht. In Alheim habe es dazu noch einen neuen Zusteller gegeben, der mit der Menge an Briefen überfordert war. Aktuell sei der Krankenstand unter den Zustellern in Bebra wieder erhöht. Aber auch hier versuche man, alles zu geben, um eine reibungslose Zustellung zu garantieren.

Dass aber auch in anderen Orten des Kreises Briefe über Tage nicht ankommen, dem widersprechen Wolf und Kutsch vehement. „Alles was da ist, wird zugestellt. Es bleibt kein Brief liegen“, sagt Wolf. Vieles, was derzeit über die Postzustellung im Kreis geschrieben und gesagt werde, sei einfach nicht richtig. Dass im Januar „gefühlt“ weniger Briefe ins Haus flattern, liege daran, dass es momentan einen Sendungsrückgang gebe, erklärt Wolf. Richtung Ostern würde sich das ändern. „Unsere Postzusteller fühlen sich in ihrer Ehre gekränkt, wenn ständig pauschal gesagt wird, dass die Briefe entweder verspätet oder gar nicht ankommen“, sagt Kutsch. Alles, was sie morgens an Post bekommen, wollen sie loswerden.

Trotz der Beteuerungen des Managements bleibt die Post weiterhin ein Thema im Kreis. Die Gemeinde Alheim hat jetzt eine Resolution zur mangelhaften Zustellung verabschiedet. Und auch die Bürgermeister des Kreises haben die Postzustellung auf die Tagesordnung ihrer Dienstversammlung kommende Woche gesetzt.

Kommentar: Was ist da los?

Viktoria Fischer über die Postzustellung

In der Bevölkerung brodelt es, und das schon seit Wochen. Die Beschwerden über die Deutsche Post reißen seit Weihnachten nicht ab. Sogar die Bürgermeister des Kreises haben für ihre nächste Dienstversammlung das Thema auf ihre Tagesordnung gesetzt. Von Seiten der Post hört sich das jedoch ganz anders an. Es laufe doch alles, Briefe würden zügig ausgetragen, die Beschwerden seien nicht gerechtfertigt.

Da stellt sich doch jetzt die Frage: Was ist da los? Wie kommen all die Beschwerden zustande, wenn bei der Post alles reibungslos abläuft? Wo Kritik so laut wird, muss etwas im Argen liegen. Anders lassen sich die vielen Wortmeldungen der Post-Kunden nicht erklären. Sie einfach so abzutun, wäre der verkehrte Weg. Für Post und Kunden heißt es jetzt: Zusammenarbeit ist Pflicht.

Das Unternehmen muss für eine zügige Zustellung sorgen, und wenn nötig mehr Mitarbeiter einstellen. Aber auch der Kunde ist gefragt. Fehlende Briefe oder Pakete sollte er dem Kundendienst melden. Nur so kann das Problem erkannt und behoben werden.

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