Zahl der Firmenpleiten ist aber weiter zurückgegangen

Privatinsolvenzen im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben zugenommen

Hersfeld-Rotenburg. Während die Zahl der Firmenpleiten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen ist, ist die Zahl der Privatinsolvenzen erneut gestiegen.

76 Anträge auf Eröffnung einer Unternehmensinsolvenz wurden 2015 beim zuständigen Amtsgericht Bad Hersfeld gestellt. Davon entfielen 22 auf nicht natürliche Personen, sprich: Gesellschaften. 54 Verfahren wurden von natürlichen Personen, also Einzelgewerbetreibenden beziehungsweise Selbstständigen, beantragt. Im Jahr 2014 waren es noch insgesamt 90 Anträge gewesen - 27 von Unternehmen und 63 von Einzelgewerbetreibenden.

„Dieser Rückgang entspricht dem bundesweiten Trend und der guten Konjunktur“, sagt Dr. Rolf Schwarz als Sprecher des Amtsgerichts und Leiter der Insolvenzabteilung. Positiv sei auch, dass unter den insolventen Unternehmen keine größeren Firmen mit sehr vielen Beschäftigten waren.

Weiter zugenommen hat im Landkreis im vergangenen Jahr indes die Zahl der Privat- beziehungsweise Verbraucherpleiten. 210 Anträge auf Eröffnung eines solchen Insolvenzverfahrens wurden zwischen Januar und Dezember gestellt. Im Vorjahr waren es 200. „Es scheint, dass trotz der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten geraten“, so Schwarz. Oft sei der Grund nicht angepasstes Konsumverhalten.

Zwar gebe es auch Fälle, in denen zum Beispiel die Baufinanzierung Menschen in den finanziellen Ruin treibe. Einen Großteil machten aber Versandhaus-, Handyschulden und Ähnliches aus. Dabei bewegten sich die Summen, mit denen die Schuldner in der Kreide stehen, in der Regel zwischen 10 000 und 50 000 Euro.

Einen laut Schwarz nicht geringen Anteil machen junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren aus.

Rubriklistenbild: © dpa

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