"Luftverschmutzungstechnisch sinnvoll?"

In welche Tonne kommt die tote Maus? Quiz-Antwort sorgte für Verwirrung

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Auch tote Mäuse, die man auf seinem Grundstück findet, müssen fachgerecht entsorgt werden.

Dürfen tote Kleintiere in der Biotonne entsorgt werden? Oder kommt ein Mauskadaver in den Restmüll? Um diese Frage, die wir vor Kurzem stellten, gab es einigen Wirbel.

Eigentlich heißt der Spruch ja: Da liegt der Hund begraben. Der Hund allerdings war nicht das Problem nach unserer Berichterstattung über die Biotonnen. In denen landet im Landkreis Hersfeld-Rotenburg immer mehr Müll, der dort nicht hineingehört. Die Fehlbefüllungen, vor allem mit Plastikmüll, stellen die beiden Müllverbände im Kreis vor immer größere Probleme. Für Wirbel sorgte die Maus. Was war denn da los?

In unserem Quiz, das nur in der gedruckten Zeitung erschienen ist, zu dem Bericht lautete eine Frage: Wo entsorgt man Kleintierkadaver richtig? Die Antwortmöglichkeiten waren: Tierkörperbeseitigungsanstalt, Restmüll oder Bioabfall. Die richtige Antwort lautete tatsächlich: Tierkörperbeseitigungsanstalt.

Die Umsetzung

Die Maus kam in unserem Bericht über die Probleme auch gar nicht vor. Wir gingen aber davon aus, dass auch Mäuse zu den Kleintieren zählen – also nach ihrem Tod in die Beseitigungsanstalt gehören. So landete die Maus drei Tage nach unserem Bericht im Wochenrückblick. Das rief mehrere unserer Leser auf den Plan, die sich bei uns meldeten. Zum Teil hatten sie sogar bei Tierkörperbeseitigungsanstalten nachgefragt. „Das kann ich mir in der praktischen Umsetzung schlecht vorstellen“, formuliert ein Leser vorsichtig in einem Schreiben an unsere Zeitung. Bei den Lesern kam sogar die Frage auf: „Was ist luftverschmutzungstechnisch zu einer Autofahrt zur Entsorgung einer Maus – oder auch Teilen davon – zu sagen?“

Wir haben noch einmal nachgefragt, wie man nun Mäuse, Hamster oder Vögel richtig entsorgt. Da wir in Deutschland wohnen, ist auch der kleinste Rattenschwanz noch gesetzlich geregelt.

Die Einhaltung der Regelungen zur Tierkörperbeseitigung oder wie es inzwischen heißt: „Tierische Nebenproduktebeseitigung“ überwacht der Landkreis. Zuständig hierfür ist der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz, berichtet der Pressesprecher des Kreises, Dirk M. Herrmann.

Das Gesetz

Das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz, das für das gesamte Bundesgebiet gilt, ist die Umsetzung Europäischen Rechtes. Die Länder können einige Bereiche individuell regeln.

Die Nutztiere

„Bei toten landwirtschaftlichen Nutztieren bleibt nur der Weg der Entsorgung über die Tierkörperbeseitigungsanstalt. Es besteht eine Beseitigungspflicht“, berichtet der Pressesprecher. Die Tiere werden auf den Höfen von speziellen Fahrzeugen abgeholt.

Die Heimtiere

Einzelne Körper von Heimtieren wie Hunden, Katzen oder Kaninchen können auf dem Grundstück des Tierhalters oder einem zugelassenen Tierfriedhof vergraben werden. Das Tier muss so vergraben werden, dass es mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht bedeckt ist. Alternativ bieten Heimtierkrematorien ihre Dienste an.

Maus und Hamster

„Aus tierseuchenrechtlicher Sicht spricht nichts dagegen, eine tote Maus, einen toten Vogel oder Hamster über den Restmüll zu entsorgen. Zweckmäßigerweise sollten diese zuvor in einen Beutel verpackt werden“, stellt Herrmann klar.

Hier werden tote Kleintiere wie Mäuse, Hamster oder Vögel fachgerecht entsorgt: in einer Restmülltonne – auf keinen Fall im Biomüll.

Verstöße gegen das Gesetz können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern geahndet werden. Sie fallen zum Teil sehr hoch aus, wenn man zum Beispiel seiner Pflicht nicht (rechtzeitig) nachkommt, tote Tiere, die in einer Beseitigungsanstalt entsorgt werden müssen, zu melden.

Abholtermin vereinbaren

Seit dem 1. Januar ist die Tierkörperbeseitigung hessenweit vereinheitlicht. Die Beseitigung wurde an das Unternehmen SecAnim Südwest GmbH vergeben. Nach regionaler Sammlung werden die Tiere in der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Rivenich (Rheinland-Pfalz) verarbeitet beziehungsweise unschädlich beseitigt. Das teilt der Pressesprecher des Landkreises, Dirk Herrmann, mit. „Regionale Sammlung“ heißt, dass der Landkreis und auch das Land Hessen keine eigene Tierkörperbeseitigungsanstalt (TKBA) unterhalten. Die bei Tierhaltern abgeholten Tiere werden vom Entsorger regional gesammelt und von dort sortiert zum Verarbeitungsbetrieb (TKBA) weitertransportiert. Eine Abgabe durch den Tierhalter ist an dieser Stelle nicht vorgesehen, berichtet der Pressesprecher. Eine Kontaktaufnahme mit dem „Entsorger“ Secanim ist unter Tel. 06508/91430 möglich. Dabei kann ein Abholtermin vereinbart werden.

Update vom 21.11.2019: Einen Ekel-Fund musste eine Familie aus Sontra beim Fernsehschauen machen. In der frisch geöffneten Tüte mit Knabbereien war eine tote Maus.

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