Rückkehr des Wolfs: Schafzüchter in Sorge, Landwirte und Jäger skeptisch

Hersfeld-Rotenburg. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Wolf im hiesigen Kreis gesichtet wird.

Bei Gotha ist der Beutegreifer schon vor einem Jahr fotografiert worden, unbestätigt ist die Sichtung im Frühjahr bei Waldkappel. Der Wolf ist willkommen, sagt das Land Hessen. Doch die Schafzüchter sind beunruhigt. Sie fürchten die Ankunft des Wolfs in der Region, sagt der Sprecher der Schafzüchter Waldhessen, Elmar Albrecht.

Auch andere haben ein Problem, wenn der Wolf sich in unserer Gegend wieder zeigt. Kritisch sieht das aus landwirtschaftlicher Sicht mit Blick auf die Weidetierhaltung insgesamt Anke Ross vom Kreisbauernverband. Sie nennt auch Kälber oder Pferde, die zur Beute des Wolfs werden können, und sieht seinen Lebensraum eher in dünner besiedelten Gebieten. An vielen schiefen Ecken sorgten Weidetiere bei uns dafür, dass die Landschaft nicht verbuscht. Ein Rudel Wölfe sei eine neue Herausforderung und werde die bäuerliche Tierhaltung nicht stärken, sagt Ross.

Elmar Albrechts Schafe weiden unter anderem am Waldrand oberhalb von Bebra-Lüdersdorf, geschützt mit einem Elektrozaun. Der ist für das Raubtier aber kein Hindernis, sagt Albrecht. Vor dem Wolf könne er seine über 200 Mutterschafe nicht mehr schützen und müsse sie abschaffen. Peter Reuter von der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände äußerte sich ebenso: „Wo der Wolf lebt, wird es keine Schafe und keine Trockenrasenlandschaften mehr geben“.

„Der Wolf ist da“, ist sich Jürgen Rehwald sicher. Er hat die Jagd Kathus und steht der Rückkehr des Wolfs ebenfalls kritisch gegenüber. Dieser passe nicht mehr in unsere Gegend, sagt er. Sie sei für das Raubtier zu dicht besiedelt, für die anderen Wildtiere sei er eine Gefahr. Der Wolf selbst habe keine Feinde mehr. Früher sei dies der Bär gewesen.

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Rubriklistenbild: © Schankweiler-Ziermann

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