Entsetzen und mahnende Worte auch in der Region nach dem Geschehen in Paris

Chrstian Grunwald

Hersfeld-Rotenburg. Der furchtbare Terror-Anschlag in Paris hat auch in der Region Abscheu und Entsetzen ausgelöst. Verantwortungsträger aus Politik und Kirche haben sich unserer Zeitung gegenüber bestürzt gezeigt.

„Dieser Anschlag trifft uns alle“, sagt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. „Trotzdem dürfen wir uns keiner Angst hingeben. Denn Angst ist ein schlechter Ratgeber.“ Grunwald, in dessen Stadt sich eine Erstaufnahmeeinrichtung für knapp 800 Flüchtlinge befindet, mahnt zu weiterer Solidarität mit den Asylbewerbern: „Das sind gerade die, die vor dem Terror geflohen sind.“ Flüchtlinge seien keine Terroristen, und die Terroristen nutzten nicht zwangsläufig die Flüchtlingswege, um in unser Land zu kommen. Sie gingen häufig andere Wege.

Michael Roth

Ganz ähnlich schätzt auch SPD-Bundestagsabgeordneter und Staatsminister Michael Roth die Situation ein. „Der furchtbare Anschlag in Paris galt unseren gemeinsamen Werten in Europa. Diese Terroristen verachten unsere offenen, freiheitlichen Gesellschaften. Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, jetzt nicht Flüchtlinge unter einen Generalverdacht zu stellen. Schließlich fliehen viele Menschen genau vor den Terroristen, die dieses barbarische Massaker in Paris zu verantworten haben. Wir brauchen jetzt Mut - keine Angstmacher!“

Der Anschlag sei ein tiefer Einschnitt in unser gesellschaftliches Leben, stellt der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich fest. „Das wird weitreichende Folgen haben“, befürchtet er.

Diese Sorge teilt auch Landrat Dr. Michael Koch (CDU). Er versteht, dass nun viele Menschen Angst haben, auch vor den Fremden, die zurzeit in großer Zahl ins Land kommen, mahnt jedoch: „Wir dürfen uns nicht verschließen. Unsere Ängste dürfen uns nicht daran hindern, unseren Verpflichtungen gegenüber den Flüchtlingen gerecht zu werden.“ Den Landkreis Hersfeld Rotenburg hält Koch zudem für relativ sicher vor terroristischen Aktivitäten.

Dr. Frank Hofmann, Dekan des Kirchenkreises Hersfeld, hält es für wichtig, auch auf die Hintergründe und Ursachen der Kriege, Bürgerkriege und Krisen in Syrien, Afghanistan, Iran und Irak und vielen anderen Ländern zu sehen. Hier trage die westliche Interventionspolitik einen wesentlichen Anteil, macht er deutlich.

„Wir haben heute Morgen im Gottesdienst für die Opfer und deren Angehörige gebetet“, sagt die Dekanin des Kirchenkreises Rotenburg, Gisela Strohriegl. Und: „Mich erschüttert die hasserfüllte Gewalt der Terroristen, mit der sie die Menschen in Angst und Schrecken versetzen.“

Außerordentlich betroffen von den Terroranschlägen zeigte sich auch Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling. Er habe bereits persönlich seinem Bürgermeister-Kollegen Vincent Jeanbrun aus L’Hay les Roses, einem Vorort von Paris und Bad Hersfelds Partnerstadt, seine Anteilnahme ausgedrückt, ein offizielles Schreiben der Stadt Bad Hersfeld solle heute folgen. „Der Terror rückt näher“, sieht Fehling mit einer gewissen Sorge, es gebe jedoch keinen Grund zur Panik. (zac/sis)

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