Bebra und Bad Hersfeld besonders betroffen

Verschärftes Gesetz: Viele Spielhallen im Kreis stehen vor dem Aus

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Reduzierung der Spielautomaten: Für viele Spielhallen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg könnte die Verschärfung des Glücksspielstaatsvertrages zum Problem werden. Die Gesetzesänderung tritt ab Juli dieses Jahres in Kraft und sieht vor, dass künftig Spielhallen einen Abstand von 300 Metern zueinander haben müssen.

Hersfeld-Rotenburg. Ein Spielhallensterben könnte demnächst im Kreis Hersfeld-Rotenburg eintreten. Dafür sorgt eine Verschärfung des Spielhallengesetzes.

Besonders Bebra und Bad Hersfeld wären davon betroffen. Viele Spielhallen im Kreis werden bald vor dem Aus stehen. Der Grund: Ab Juli greift bundesweit eine Verschärfung des Glücksspielstaatsvertrages. Große Spielhallen mit mehr als zwölf Geräten sind dann verboten. Und auch der Abstand der Spielhallen zueinander wird auf mindestens 300 Meter Luftlinie festgesetzt. Die Reduzierung der Spielstätten soll das Entstehen von Spiel- und Wettsucht verhindern. 

Von der Verschärfung, die bereits 2012 mit einer fünfjährigen Übergangsfrist festgelegt wurde, sind besonders Spielhallenbetreiber in Bebra und Bad Hersfeld betroffen. Dort sind mehrere Spielhallen in direkter Nachbarschaft anzutreffen. 

In Bebra gibt es drei Spielhallen, die alle weniger als 300 Meter voneinander entfernt stehen. Eine davon hat eine Doppelkonzession, das heißt mehr als zwölf Spielgeräte unter einem Dach. In Bad Hersfeld sind es sogar fünf Spielhallen mit einer Doppelkonzession, die ebenfalls dicht an dicht stehen.

„Wird die Regelung mit Konzession und Abstand eingehalten, würde wahrscheinlich nur noch eine Spielhalle in Bad Hersfelds Innenstadt übrig bleiben“, erklärt Milko Fehling, Gewerbesachbearbeiter für Bad Hersfeld. Insgesamt würde sich in der Kreisstadt die Anzahl der Spielhallen nahezu halbieren. 

Derzeit werde jedoch geprüft, ob wirklich alle betroffenen Hallen schließen müssen. Auch in Bebra sei man gerade in einer Abwägungsphase, erklärt Friedhelm Eyert, Leiter des Bebraer Ordnungsamts. Bisher habe man noch keine Entscheidung getroffen. 

Für die Kommunen wird das angeordnete Spielhallensterben erhebliche Folgen haben: Weniger Spielhallen bedeuteten auch weniger Steuereinnahmen: Allein im vergangenen Jahr nahm Bad Hersfeld durch die Spielgerätesteuer 413.000 Euro ein. Bebra lag 2016 bei 124.000 Euro und Rotenburg bei 78.000 Euro.

Was Spielhallenbetreiber und Experten für Suchtfragen zu der Gesetzesänderung sagen, lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe und im E-Paper unserer Zeitung.

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