Verständnis für Anordnung

Viele müssen wegen Coronakrise ihre Geschäfte schließen

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Auch das „be!“ in Bebra bereitet sich auf die Schließung einzelner Geschäfte vor. Der Aufenthaltsbereich war bereits am Dienstagnachmittag abgesperrt. Am heutigen Mittwoch dürfen nur noch wenige Geschäfte öffnen. 

Mit Verständnis, aber alles andere als begeistert, reagieren die meisten Geschäftsleute im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf die angeordnete Schließung vieler Geschäfte.

Ab dem heutigen Mittwoch dürfen nach der Anordnung des Hessischen Landesregierung nur noch Lebensmittelläden, Lieferdienste, Apotheken und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs geöffnet bleiben.

"In den sauren Apfel beißen"

„In diesen sauren Apfel müssen wir beißen“, sagte Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Stadtentwicklung Bebra, die auch für das Einkaufszentrum „be!“ verantwortlich ist. „Nur wenn wir das Virus jetzt konsequent bekämpfen, können wir möglichst schnell wieder zur Normalität zurückkehren.“

Konkret sind ab heute im „be!“ die Sitzmöglichkeiten im Aufenthaltsbereich vorübergehend geschlossen, ebenso die öffentlichen Toiletten. Auch die Rolltreppe steht still. Geöffnet sind nur noch die Post, der Optiker klar & deutlich, der Friseur S-Haarstudio (jeweils 9.30 bis 18 Uhr), die Bäckerei Apel (7 bis 13 Uhr) sowie der Drogeriemarkt dm und Aldi zu den gewohnten Zeiten. „Alle weiteren Geschäfte haben bis auf Weiteres geschlossen“, so Pruschwitz.

"Gesundheit geht vor"

Kerstin Bier, die in Rotenburg und Heinebach insgesamt vier Modehäuser betreibt, hatte mit einer angeordneten Schließung bereits gerechnet. Bekleidungsgeschäfte müssen ab sofort geschlossen bleiben. „Wirtschaftlich finde ich das natürlich nicht gut“, sagt sie. „Aber Gesundheit und Sicherheit gehen vor. Wir müssen da jetzt durch“. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen ihr das Coronavirus beschert, sei noch nicht absehbar. „Ich hoffe nur, dass unsere Kunden nach dem Virus wiederkommen und nicht in den Onlinewahn verfallen.“

"Das ist für viele fatal"

Jörg Markert, Manager der City-Galerie in Bad Hersfeld, in der ebenfalls viele Geschäfte schließen müssen, sagte am Dienstagnachmittag: „Das ist fatal für viele Geschäfte, schon jetzt verzeichnet etwa die Textilbranche ein Minus von 25 Prozent.“ Natürlich müsse die Pandemie allerdings mit allen Mitteln eindämmen.

Im Mode-Centrum Sauer, das zur Vockeroth-Gruppe gehört, konnte man gestern noch keine genauen Angaben zum Umgang mit der verordneten Schließung machen. Die Zentrale in Melsungen versprach aber, Kunden und Mitarbeiter rechtzeitig zu informieren.

Gerade kleine Geschäfte in Existenz bedroht

Gerade kleine Geschäfte sehen sich durch die Schließung in ihrer Existenz bedroht. „Wenn die Krise beendet ist, braucht man die Solidarität von allen, um wieder auf die Füße zu kommen“, sagt etwa Jens Heimeroth, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schenklengsfeld, der dort und in Heringen Schuhgeschäfte betreibt.

„Hoffentlich sind sich die Verbraucher dessen bewusst und kaufen danach verstärkt wieder ein“, mahnt Heimeroth.

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