Mehr erkrankte Tiere – auch Hunde können sich anstecken

Schon 15 Fälle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Waschbären schleppen Staupe an

Hersfeld-Rotenburg. Seit Jahresbeginn werden im Landkreis zunehmend mit Staupe erkrankte Waschbären und Füchse gesichtet. 

Laut Veterinäramt sei bereits bei 15 untersuchten Tieren die Erkrankung nachgewiesen worden, zwei Drittel davon im Kreisteil Rotenburg. Die Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die neben Wildtieren wie Mardern, Waschbären und Füchsen auch Hunde befallen kann.

Die Zahlen werden von Jägern auch mit der insgesamt hohen Anzahl der Tiere begründet. So zeigen Jagdstrecken, dass im vergangenen Jahr allein in Hessen mehr als 27.000 Waschbären erlegt wurden, während bundesweit 1995 nur 3.300 Tiere abgeschossen wurden.

Hinzu kommt, dass Waschbären zwischen März und August nicht bejagt werden dürfen und der Bestand in dieser Zeit nicht reguliert werden könne, beklagen Jäger, wie Mirko Kirchner von der Hegegemeinschaft Rotenburg. Akut erkrankte Tiere müssten, auch in der Schonzeit, von ihrem Leid erlöst werden, ansonsten könne man leider nicht viel tun, teilte das örtliche Veterinäramt mit. Viele Jäger sehen jedoch gerade hier ein Dilemma: Obwohl Jäger in befriedeten Gebieten, wie in Ortslagen auf bebauten Grundstücken, zur Gefahrenabwehr die Tiere erlegen dürften, greife dann, etwa im Falle eines Querschlägers, die Jagdhaftpflicht nicht. Die Tiere zu fangen und im Revier zu erlegen, sei in der Schonzeit ebenfalls nicht erlaubt, so Kirchner.

Erkrankte Tiere verlieren die Scheu vor dem Menschen, sie zittern oder haben verklebte Augen. Obwohl sie für den Menschen ungefährlich sind, sollten auffällige Wildtiere weder angefasst noch eigenmächtig zu einem Tierarzt gebracht werden.

Das Veterinäramt rät bei auffälligen Tieren, die Polizei oder den örtlichen Jagdpächter zu informieren.

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