Frühjahrstagung der Synoden Hersfeld und Rotenburg

Weniger Pfarrer und neue Struktur: Evangelische Kirche im Kreis verändert sich   

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Lebhaft diskutiert wurde über die Neustrukturierungen während der Herbstsynode des Kirchenkreises Hersfeld. Auf unserem Foto ist in der Mitte stehend Pfarrer Jörg Scheer aus Friedlos zu sehen. 

Die Menschen werden weniger, die Fläche bleibt. Dieses Grundproblem des demografischen Wandels beschäftigt auch die evangelische Kirche im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Heute findet die gemeinsame Frühjahrstagung der Synoden der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg statt, bei der die geplante Fusion im Jahr 2020 und der Pfarrstellenplan die zentralen Themen sind.

Darüber hat unsere Zeitung im Vorfeld mit Dekanin Gisela Strohriegl (Rotenburg) und Dekan Dr. Frank Hofmann (Hersfeld) gesprochen. „Wir müssen grundsätzlich über die Frage diskutieren, wie Kirche in der Fläche präsent bleibt“, sagt Dekan Hofmann. Denn mit dem Umstrukturierungsprozess, der bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll, gehen auch Stellenstreichungen und die Aufgabe von Pfarrhäusern einher. 43 Pfarrerstellen gibt es derzeit in den beiden Kirchenkreisen, 36 sollen es nach Abschluss der Umstrukturierung sein. Sieben Stellen also, die eingespart werden sollen. Passieren soll das möglichst sozial verträglich, zum Beispiel in Verbindung mit dem Ruhestand. Hofmann und Strohriegl schließen aber nicht aus, dass es weitere Veränderungen geben wird, weil zum Beispiel eine Stelle nicht mehr umfangreich genug ist.

Der Prozess, der bereits seit Jahren geplant wird, soll aber nicht über die Köpfe der Betroffenen und der Gemeinden hinweg passieren, sondern unter Mitwirkung aller Beteiligten. Bereits beschlossen und teilweise schon am Arbeiten sind sechs Kooperationsräume, in denen jeweils mehrere Kirchengemeinden zusammenarbeiten und unter anderem die Urlaubs- und Krankheitsvertretung, aber auch die Verteilung der Aufgaben miteinander organisieren sollen.

Verändern wird sich auch das Kirchenparlament, die Synode. Eine einfache Zusammenlegung hätte ein nicht arbeitsfähiges Gremium mit mehr als 180 Mitgliedern ergeben, erklärt Strohriegl. Die neue Synode, die im Frühjahr 2020 ihre Arbeit aufnimmt, wird 105 Mitglieder haben: 35 Pfarrerinnen und Pfarrer und 70 Nichttheologen. Es werden also nicht mehr alle Pfarrer in der Synode vertreten sein.

So werden die Stellen angepasst

Die 36 Gemeindepfarrerstellen werden nach folgenden Kriterien berechnet: Gemeindegliederzahl (70 Prozent), Fläche (15 Prozent) und Predigtstätten (15 Prozent). Zusätzlich gibt es im Kirchenkreis eine halbe Stelle für Vertretungsdienste und eine für die Geschäftsführung von Zweckverbänden, Kitas, Jugendarbeit und Mission. 

Stellenkürzungen und Pfarrhausauflösungen

Bis Ende 2025 muss der Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg 7 Pfarrerstellen einsparen. 10 Pfarrhäuser sollen aufgegeben werden. Folgende Veränderungen sind geplant: 

  • Gründung des Kirchspiels Alheim-Braach: Reduktion von 3,0 auf 2,5 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses.
  • Gründung des Kirchspiels Lispenhausen-Haselgrund, Reduktion von 1,75 auf 1 Pfarrstelle, Aufgabe eines Pfarrhauses. 
  • Gründung der Kirchspiele Ronshausen und Breitenbach-Weiterode, Reduktion von 3,0 auf 2,5 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses. 
  • Gründung des Kirchspiels Nentershausen-Rockensüß-Solz: Reduktion von 2,75 auf 2,0 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses.
  • Gründung des Kirchspiels Wildeck: Reduktion von 2,5 auf 2,0 Pfarrstellen. 
  • Gründung des Kirchspiels Petersberg-Hohe Luft: Reduktion von 1,75 auf 1,5 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses. 
  • Matthäuskirche Bad Hersfeld: Reduktion von 1,0 auf 0,75 Pfarrstelle, Aufgabe des Pfarrhauses. 
  • Stadt- und Johanneskirche Bad Hersfeld: Reduktion von 2,5 auf 2,0 Pfarrstellen. 
  • Ludwigsau: Reduktion von 2,75 auf 2,25 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses.
  • Gründung des Kirchspiels Werratal in Heringen: Reduktion von 2,0 auf 1,5 Pfarrstellen, Aufgabe eines Pfarrhauses. 
  • Gründung des Kirchspiels Philippsthal-Heimboldshausen: Reduktion von 2,0 auf 1,5 Pfarrstellen, Aufgabe des Pfarrhauses Heimboldshausen. 
  • Schenklengsfeld: Reduktion von 2,5 auf 2,0 Pfarrstellen.
  • Gründung des Kirchspiels Niederaula-Kirchheim: Reduktion von 3,25 auf 3,0 Pfarrstellen. 
  • Gründung des Kirchspiels Haunetal: Reduktion von 1,5 auf 1,25 Pfarrstellen. Aufgabe eines Pfarrhauses. 
  • Neuenstein: Reduktion von 1,75 auf 1,25 Pfarrstellen

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