Regionalmanagement Nordhessen prüft Einstieg

Werra-Ulster-Weser-Fonds: Werratal soll fit für die Zukunft werden

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Sie kennt sich aus: Johanna Sick von der Wirtschaftsförderung berät zum Werra-Ulster-Weser-Fonds.

Hersfeld-Rotenburg. Das Regionalmanagement Nordhessen prüft eine Beteiligung am neuaufgelegten Werra-Ulster-Weser-Fonds (WUW). 

Das bestätigte Regionalmanager Holger Schach auf Anfrage unserer Zeitung. Vor zwei Monaten war in Vacha der offizielle Startschuss für den WUW gefallen. Der Fonds soll mit einer Million Euro aus Bundesmitteln Projekte in Hersfeld-Rotenburg und dem Wartburgkreis fördern und damit Nachteile aus dem jahrzehntelangen Kali-Bergbau ausgleichen.

„Es geht nicht darum, dass sich K+S aus dem Werratal zurückzieht, sondern vielmehr darum, mit allen Akteuren einen Zukunftsprozess für die Region anzustoßen“, stellt Schach klar. Ziel sei es, jetzt schon die Weichen für Projekte und deren Finanzierung zu stellen. „Es geht dabei eher um Jahrzehnte als um Jahre“, betont Schach.

Das Regionalmanagement plane daher, sich um ein Teilprojekt innerhalb des Werra-Ulster-Weser-Fonds zu bewerben und damit seine Erfahrungen und Ressourcen einzubringen. Auch das Land habe bereits Interesse und weitere Unterstützung signalisiert.

Unterdessen verzeichnet auch die Wirtschaftsförderung des Kreises ein wachsendes Interesse an den Fördermöglichkeiten des Werra-Ulster-Weser-Fonds. „Es gibt erste konkrete Anfragen und unsere Beratungsangebote werden gut angenommen“, sagt Johanna Sick, Projektassistentin bei der Wirtschaftsförderung, die für das Projekt zuständig ist. 

„Um Geld aus dem Fonds zu erhalten, muss ein Projekt eine deutliche Wirkung für die Kali-Region haben“, sagt Sick. Deshalb reiche es beispielsweise nicht aus, Unterstützung für die Renovierung eines Umkleideraums in einem Verein zu beantragen.

Ideal seien vielmehr orts- oder kreisübergreifende Vorhaben, die nachhaltig für einen längeren Zeitraum die regionale Entwicklung stärken und möglichst modellhaften Charakter haben, erklärt Sick.

"Extrem spannende Aufgabe"

Der Werra-Ulster-Weser-Fonds nimmt langsam Fahrt auf. Auch wenn viele Menschen in der Region mit dem recht sperrigen Namen des neuen Förderprogramms für das Kali-Revier noch nichts anfangen können, so hat Johanna Sick von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises doch schon alle Hände voll damit zu tun, interessierte potenzielle Antragsteller zu beraten und das Projekt sowie die daraus resultierenden Förderungsmöglichkeiten zu erklären. 

„Das Bewerbungsverfahren ist gut angelaufen, unsere erste Bewerbungsfrist am 5. Juni liegt ja auch noch einige Zeit voraus. Bis dahin können sicher manche Unklarheiten bei potenziellen Antragstellern beseitigt werden, sodass fertige Anträge bei uns eingehen“, sagt auch Pelle Faust, der Sprecher des Landkreises. 

Zugzwang bestehe ohnehin nicht, denn das Vorhaben befinde sich in der ersten Projektphase, weitere Förderaufrufe seien in den kommenden Monaten geplant. „Kein Stress, das Geld ist nicht am 5. Juni verpufft, sondern es steht bis 2021 zur Verfügung“, beruhigt auch Johanna Sick.

Ziel des Förderprojekts sind ohnehin keine Schnellschüsse, sondern Vorhaben, die die langfristige Entwicklung in der Kali-Region begleiten und sichern. „Ideal wären beispielsweise Kooperationen zwischen Ortsteilen, Vereinen und Initiativen, von denen gleich mehrere Kommunen profitieren“, erläutert Sick.

In diese Richtung denkt auch das Regionalmanagement Nordhessen. „Die Kali-Region braucht eine nachhaltige Gesamtstrategie für die Zukunft“, sagt Regionalmanager Holger Schach. „Das ist eine extrem spannende Aufgabe, immerhin ist dies hier die letzte noch aktive Bergbauregion in ganz Deutschland.“

Er betont, dass ein solches Vorhaben eher „auf Jahrzehnte, denn auf Jahre“ angelegt sei, denn es gehe keinesfalls um einen schnellen Ausstieg von K+S aus der Kali-Produktion. Deshalb solle auch der Kali-Konzern in alle Überlegungen mit eingebunden werden. Ein erster Schritt könnte daher sein, eine Art Werratal-Manager zu installieren, der in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Nordhessen weitere Prozesse koordiniert und Zukunftskonzepte initiiert. 

Kontakt: Alle Fragen zum Werra-Ulster-Weser-Fond beantwortet Joanna Sick, Telefon: 06621/944171; E-Mail: wuw@wfg-hef-rof.de, weitere Infos unter www.werra-ulster-weser-fonds.de.

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