Naturschützer kritisieren mangelnden Schutz von Amphibien

Nur zwei Krötentunnel im Kreis sind intakt

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Die Amphibienwanderung läuft auf Hochtouren: Das Bild zeigt eine Erdkröte, die die Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe Bad Hersfeld bei Mengshausen über die Straße getragen haben.

Hersfeld-Rotenburg. Wenn im Frühjahr Erdkröten und andere Amphibien die Wanderung in ihre Laichgewässer antreten, sollen ihnen Tunnel das Unterqueren von Straßen ermöglichen. Allerdings sind nur zwei der 17 stationären Amphibienschutzanlagen im Landkreis überhaupt funktionstüchtig.

Zu diesem Ergebnis kommt Jan Bornemann, Biologielehrer an der Modellschule Obersberg, der für seine Erste Staatsprüfung an der Universität Kassel zum Thema geforscht hat. Die Untersuchung liege zwar schon drei Jahre zurück, in der Zwischenzeit habe sich der Zustand aber nicht verbessert. Bei sieben Anlagen empfiehlt Bornemann sogar den sofortigen Rückbau. Diese seien für die Tiere eher hinderlich oder würden sogar zur Todesfalle. Die Eingänge zu zwei weiteren Anlagen seien mittlerweile unter der Erde verschwunden. Ausgerechnet die beiden neuesten Krötentunnel seien an falschen Stellen errichtet worden. Die Tiere queren dort einige Meter entfernt die Fahrbahn. „Lediglich zwei Anlagen funktionieren halbwegs“, fasst Bornemann zusammen.

Den schlechten Zustand erklärt der Biologielehrer mit fehlendem Geld und mangelndem Interesse. Zumindest der Rückbau der fehlerhaften Anlagen wäre nach Bornemanns Ansicht mit relativ geringem Aufwand möglich.

Dem Regierungspräsidium Kassel als Oberer Naturschutzbehörde und der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil ist der schlechte Zustand bekannt. Laut RP-Sprecher Michael Conrad müsse eine vom hessischen Umweltministerium in Auftrag gegebene Studie zu konkreten Maßnahmen abgewartet werden. Hessen Mobil verweist darauf, dass sich die Zuständigkeiten zwischen dem Landesbetrieb, Naturschutzbehörden, Forstämtern sowie unterschiedlichen Baulastträgern der Straßen aufteilen. Sanierungen seien deshalb nur in Abstimmung möglich. (jce)

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