Kreis will handeln: Deutsch für Flüchtlinge schon vor der Schulzeit

Hersfeld-Rotenburg. Sie mussten mit ihren Eltern ihre Heimat verlassen und damit auch ihr Schulen und Freunde: 150 Flüchtlingskinder und Jugendliche versuchen derzeit einen Neuanfang an Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Das ist für sie selbst, aber auch für die Schulen und den Landkreis eine Herausforderung.

Für die Kinder gilt es, möglichst schnell Deutschkenntnisse zu erwerben, um dem Unterricht folgen zu können. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. In einigen Schulen können die Flüchtlinge Intensivkurse nutzen, die für Schüler angeboten werden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Außerdem gibt es Deutsch-Förderkurse, die an Grundschulen zwei zusätzliche Wochenstunden, an weiterführenden Schulen bis zu vier zusätzliche Stunden umfassen. Das erklärte die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Anita Hofmann.

Der Kreis will auf eigene Kosten noch weiter gehen, wie Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz sagte: Ab Februar sollen alle Flüchtlingskinder schon vor dem Schulbesuch über drei bis sechs Wochen einen Sprachkurs bekommen - als Starthilfe, um deutsche Grundbegriffe zu lernen. „Das wollen wir anbieten, um die Schulen zu entlasten“, sagte Künholz.

Intensivkurse und -klassen dürfen die Kinder und Jugendlichen maximal zwei Jahre besuchen. In Kursen erhalten sie jahrgangsübergreifend Sprachförderung, besuchen ansonsten den Unterricht in ihren Klassen. Unterrichtet werden sie von Lehrern, die Deutsch als Zweitsprache studiert haben, ergänzt Gerhard Finke, stellvertreter Schulamtsleiter. Das sei allerdings nicht an allen Schulen möglich. Oft springen Kollegen ohne diese Qualifikation ein. „Die müssen sich einarbeiten“, sagt Finke. Die Lehrer würden allerdings von einer Beraterin des Schulamtes unterstützt. Die zugewiesenen Stunden für Deutsch-Förderung und Intensivkurse werden alle drei Monaten der Zahl der Schüler angepasst.

Von Silke Schäfer-Marg

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