Kriminalstatistik 2014: Erstmals unter 6000 Straftaten im Landkreis

Bad Hersfeld. Eine erfreuliche Nachricht hatte Alfons Hoff, Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, mit im Gepäck, als er am Donnerstag die Kriminalstatistik für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg vorstellte.

Die Zahl der erfassten Verbrechen im Landkreis lag im vergangenen Jahr mit 5883 erstmals seit der Datenerfassung im Jahre 1993 unter der 6000er-Marke. Doch bei all der Freude über den Rückgang bei den Straftaten um 467 im Vergleich zum Jahre 2013 merkte Hoff an, dass hinter allen Taten natürlich immer Opfer stünden. „Da ist oftmals viel Leid dabei, das darf man natürlich bei aller Euphorie über die erfreuliche Zahl nicht außer Acht lassen.

Den Polizei- und Kriminalbeamten im Landkreis bescheinigte Hoff, eine tolle Arbeit zu machen. Insbesondere lobte er auch die Präventionsarbeit, die natürlich nicht messbar sei.

Klaus Wittich, Leiter der Polizeidirektion, stellte zudem fest, dass in fast allen Bereichen die Straftaten zum Teil erheblich zurückgegangen seien. Im Bereich Raub wurden 31 Fälle gezählt, von denen 22 auch aufgeklärt wurden. 2013 waren es 59. Zwei besondere Taten hob der kommissarische Leiter der Kripo, EKHK Dieter Röbig, heraus. Bei zwei Raubüberfällen waren ältere Damen die Handtaschen entrissen worden. Die Damen litten noch heute unter den Folgen der Taten. Eine 92-Jährige hatte bei dem Überfall auf offener Straße einen Beckenbruch erlitten. Die beiden jugendlichen Täter sind mittlerweile zu Haftstrafen von einem Jahr sowie einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Im Bereich der Wohnungseinbrüche wurden im vergangenen Jahr 118 Taten gezählt. „Die Hälfte davon waren allerdings nur Versuche. Unsere Prävention hilft eben“, freut sich Wittich. Und die sogenannte Objektbetreuung ist kostenlos. Kriminalhauptkommissar Manfred Knoch steht zur Verfügung und kann von Interessierten angefordert werden. „Und diese Beratung, beispielsweise zur Sicherung von Fenstern und Türen, ist sinnvoll und hilfreich“, machte Wittich Werbung.

Und auch wenn im Bereich der Einbrüche die Aufklärungsquote nur bei 23,7 Prozent lag, machte Wittich in Optimismus: „Wir kennen eigentlich unsere Täter, wir müssen ihnen die Sachen nur nachweisen können.“

Deutlich zurückgegangen seien in den vergangenen Jahren auch die Diebstähle, obwohl sie mit 1950 noch immer ein Drittel aller Straftaten ausmachten. Auf dem Vormarsch dagegen sei die Internetkriminalität. „Da haben wir 374 Taten wie Leistungskreditbetrug, Bestellen ohne Bezahlen und die Verbreitung pornografischer Schriften gezählt. Aber auch 309 davon aufgeklärt“, sagte Wittich. Auf einem hohen Niveau bewegten sich auch weiterhin die Sachbeschädigungen mit 593. Mehr als die Hälfte davon habe sich gegen Kraftfahrzeuge gerichtet.

Insgesamt wurden 3681 Fälle aufgeklärt und 2756 Tatverdächtige ermittelt - 613 davon waren weiblich.

Rubriklistenbild: © dpa

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