Uwe Kondziella über die Auswirkungen der Krise

Krise bei K+S: Vor allem Einzelhändler waren stark betroffen

Blickt optimistisch ins neue Jahr: Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Philippsthal, Uwe Kondziella. Unser Bild zeigt den 52-Jährigen in seiner Kfz-Werkstatt in Philippsthal. Foto: Eisenberg

Philippsthal. 2016 war kein leichtes Jahr für das Kalirevier. Wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für salzhaltige Abwässer standen zwei der drei K+S-Standorte über weite Strecken still.

Die Krise bei K+S bekamen nicht nur die von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter zu spüren, sondern auch die Gewerbetreibenden in der Region. Vor dem Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft Philippsthal sprachen wir darüber mit deren Vorsitzendem Uwe Kondziella.

Zum Neujahrsempfang schaut die Werbegemeinschaft traditionell nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Wie optimistisch fällt Ihr Ausblick auf 2017 aus?

Uwe Kondziella: Er fällt relativ optimistisch aus. K+S hat endlich die Erlaubnis für die Laugenversenkung bekommen. Auch das Handwerk ist gut ausgelastet.

Wie stark haben die Gewerbetreibenden im Werratal im vergangenen Jahr die Krise bei K+S zu spüren bekommen?

Kondziella: Die Einbrüche waren schon drastisch. Insbesondere die kleinen Einzelhändler wie Bäcker, Metzger und Bekleidungsgeschäfte hat die Krise bei K+S stark getroffen. Die Handwerksbetriebe bekamen sie weniger zu spüren.

Standen bereits Existenzen auf dem Spiel?

Kondziella: So weit ich weiß, zum Glück noch nicht.

Unabhängig von der aktuellen Krise ist mittelfristig ein Ende des Bergbaus absehbar – wenn in 40 bis 50 Jahren die Kali-Vorkommen erschöpft sind. Müsste in der Region nicht schon jetzt viel intensiver an einem zweiten Standbein gearbeitet werden?

Kondziella: Auf alle Fälle! Das hätte schon längst passieren müssen. Wenn die Ressourcen für den Kali-Bergbau irgendwann aufgebraucht sind, wird Philippsthal ansonsten zur reinen Wohngemeinde mit wenig Infrastruktur.

Noch verdienen die Menschen im Werratal zum Glück gutes Geld, einen nicht geringen Teil davon geben sie in den Städten im weiteren Umkreis aus. Müsste die Kaufkraft nicht stärker unmittelbar vor Ort gehalten werden?

Kondziella: Das versuchen wir bereits – beispielsweise durch unseren Einkaufsgutschein und unsere Veranstaltungen und Aktionen. Außerdem binden wir die Vereine stark mit ein. Ich denke, wir sind in Philippsthal auf dem richtigen Weg.

Mit Veranstaltungen wie dem Neujahrsempfang, dem Oldtimertag, oder dem Vereinsweihnachtsmarkt prägt die Werbegemeinschaft das Gemeinschaftsleben in Philippsthal mit. Welchen Nutzen haben die Mitgliedsbetriebe von solchen Aktionen?

Kondziella: Die Mitgliedsbetriebe machen sich dadurch bekannter. Wenn unsere Mitglieder an den Aktionen teilnehmen, kommen sie ins Gespräch mit den Einwohnern. Außerdem locken wir auch Besucher von außerhalb an, die dadurch auch auf die Philippsthaler Gewerbetreibenden aufmerksam werden und hier einkaufen. Unsere Fachausstellung Phifa ist mittlerweile ein richtiger Wirtschaftsmotor geworden. Ich denke da nicht nur in den Gemeindegrenzen, sondern sehe den Ostteil des Kreises als eine Region an.

Was wünschen Sie sich als Geschäftsmann für das neue Jahr?

Kondziella: Dass die Auftragslage so bleibt, wie sie ist und dass die Leute in Vollbeschäftigung bleiben – gerade im näheren Umfeld. Und dass meine Mitarbeiter gesund bleiben und wenig Krankheitstage haben.

Und was hat sich der Privatmann Uwe Kondziella für 2017 vorgenommen?

Kondziella: Etwas mehr Gelassenheit.

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