Walter Glänzer sorgt sich wegen Fulda-Main-Leitung

Neuensteins Bürgermeister übt Kritik an neuer Stromtrasse

Walter Glänzer
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Walter Glänzer

Kaum ist die Starkstromtrasse „Suedlink“ vom Tisch – sie soll durch Thüringen verlaufen – kündigt sich das nächste Stromleitungsprojekt für den Kreis Hersfeld-Rotenburg an.

Es geht um die 380 KV Fulda-Main-Leitung von Mecklar nach Dipperz. Im Juni 2020 gab es erste Informationen zu diesem Leitungsvorhaben der Tennet, im November 2020 wurden mögliche Leitungswege aufgezeigt. Nachdem das Projekt Wahle – Mecklar kurz vor der Vollendung steht, stellt sich die Frage: „Wie und wohin mit dem Strom in Mecklar?“, sagt Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer. Ursprünglich hatte man die Ertüchtigung der vorhandenen Leitung von Mecklar nach Dipperz (P43) geplant. Nachdem nun aber zusätzlich die vorhandene Leitung Borken – Mecklar verstärkt werden solle, reiche die Ertüchtigung der Leitung Dipperz – Mecklar nicht mehr aus. Die zusätzliche 380 KV-Leitung Mecklar – Dipperz, auch P43mod genannt, werde als unausweichlich angesehen.

„Wieder sollen Täler zusätzlich überquert werden, Landschaften zerschnitten, Landschaftsbilder dauerhaft zerstört sowie in Wasserschutzgebiete eingegriffen werden“, kritisiert der Bürgermeister. Wie sich Landschaft und Natur veränderten könne man an den zusätzlichen Abholzungen zwischen Mühlbach und Niederthalhausen erkennen. Neue Strömungsverhältnisse und Kaltluftzonen würden geschaffen. „Wir als Gemeinde Neuenstein haben, so wie die Nachbarkommunen auch, jetzt schon erhebliche Verluste an Waldflächen durch Trockenheit und Sturm, dieses wird durch die jetzt bekannt gewordenen Planungen auf jeden Fall verstärkt. Im Zeitalter der Energiewende und Corona, scheint alles legitim und möglich zu sein. Kosten spielen auch keine Rolle. Wir zahlen das alles über das Netzentgelt“, schimpft Glänzer.

Bei der Umsetzung der Leitung Wahle – Mecklar habe man sehen können, wie wenig Vorschläge der Kommunen gesehen und ernst genommen würden. Einzig die Zusammenführung bei Niederthalhausen mit zwei Leitungen auf einem Gestänge sei zum Tragen gekommen.

Mensch und Natur blieben wieder einmal auf der Strecke in unserer Region befürchtet Glänzer. „Für mich als Bürgermeister stellt sich schon die Frage: Sind wir auf richtigem Weg, oder zerstören wir jetzt den letzten Rest an natürlichen, jetzt noch unzerschnittenen Lebensräumen? Dass wir eine Energiewende brauchen, steht auch für mich fest. So wie sie zurzeit umgesetzt wird, wirft sie die Frage auf: Für was und wen ist sie gut?“ Glänzer moniert zudem geplante Trassenführungen, die zusätzliche Wegstrecken und Umweltschäden mit sich brächten, so als wolle man von Bad Hersfeld nach Frankfurt über Kassel fahren. „Ein Schildbürgerstreich“, findet er. „Solchen Planungen, ob bei Stromleitungen oder Bahnstrecken, muss man eine klare Absage erteilen“, ist Bürgermeister Walter Glänzer überzeugt.  red/zac

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