Auf der Suche nach der Form

Künstlerin Doris Reim schafft in Mansbach Unikate aus Keramik und Acryl

Eine Frau sitzt an einem Tisch und modelliert Ton.
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Raum für Kreativität: In ihrer Mansbacher Keramikwerkstatt fertigt Doris Reim handmodellierte Skulpturen.

Seit rund 25 Jahren ist Doris Reim in ihrer Werkstadt in Mansbach mit Ton und Farben kreativ. Sie freut sich, wenn ihre Arbeiten anderen Menschen gefallen.

Mansbach – Wenn Doris Reim über ihre Kunstwerke spricht, fällt mehrfach der Satz: „Das war so eine Phase“. Dabei erschafft die 72-Jährige in ihrer kleinen Werkstatt hinter der Mansbacher Bauernbarrockkirche schon seit rund 25 Jahren handmodellierte Keramikfiguren und Acrylbilder. Die haben sich im Laufe der Jahre jedoch stetig gewandelt. „Ich bin immer auf der Suche nach der richtigen Form“, erklärt die Künstlerin. Eine Keramikfigur arbeite sich förmlich selbst aus dem ungeformten Ton heraus. Aktuell entstehen auf diese Weise die „Rhönanas“ – kleine gedrungene Frauenkörper, die mit ihren „urweiblichen“ Rundungen – wie Doris Reim es ausdrückt – und ihrer seidenmatten Glasur angenehm in der Hand liegen.

Die quadratische Werkbank sowie den benachbarten Ausstellungsraum ihres Ateliers säumen jedoch auch zahlreiche Zeugnisse anderer Schaffensphasen der Wahl-Mansbacherin: Skulpturen, Statuetten, Köpfe, Torsi und Büsten – oft angelehnt an antike und religiöse Motive. Und immer wieder Frauenkörper: Athletische Amazonen – weiblich, jedoch mit klaren Kanten, grazile Ladies aus weißen Ton im verspielten Blütendekor oder anmutige Damen in warmem Terrakotta-Rot mit blauem Acrylkleid. Jede Figur sei ein handgefertigtes Unikat, habe einen Namen und oft auch eine eigene Geschichte, betont Doris Reim. Sich von ihren Werken zu trennen, falle ihr dennoch meist nicht schwer – vor allem, wenn den Käufern die Begeisterung anzumerken sei. „Die Figuren müssen nach draußen in die Gärten dieser Welt“, ist die Künstlerin überzeugt.

Silhouetten und Gesichter von Frauen sind auch die bevorzugten Motive in Reims Acrylbildern, bei denen sich Malstil und Farbstimmung ebenfalls zwischen den Schaffensphasen deutlich unterscheiden – meist aber im Einklang mit den aktuellen plastischen Werken stehen.

Mit Papier und Stift habe ihre künstlerische Laufbahn einst begonnen: „Ich konnte schon immer richtig gut zeichnen“, erinnert sich die 72-Jährige. Irgendwann sei dann die Keramik hinzugekommen. Das war noch in Berlin, wo Doris Reim als bauleitende Ingenieurin tätig war. „Das Modellieren von Ton ist zutiefst entspannend“, fasst sie ihre Faszination für diesen Werkstoff in Worte.

Kreative Künstlerin: Eine Auswahl von Doris Reims Werken.

Vor 25 Jahren wagte die Berlinerin den Neustart mit der eigenen Keramikwerkstatt in Mansbach. Das rund 200 Jahre alte Fachwerkhaus an der Brückengasse hatte ihr Mann Peter Reinke ursprünglich nur als „Stützpunkt“ hinter der Grenze auf dem Weg von und nach Berlin erworben. Als einstige Großstädterin sei sie in der ländlichen Vorderrhön längst angekommen, sagt Doris Reim, die in der Region bereits Ausstellungen sowie Stationen an Wanderwegen gestaltet und in ihrem Atelier anfangs auch Kurse gegeben hat. Nach wie vor freuen sie und ihr Mann Peter, der Kunstwerke aus Metall fertigt, sich über Besucher, die ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen – derzeit coronabedingt mit Abstand und Maske.

Ihre Skulpturen wie auch ihre Mansbacher Werkstatt-Galerie überschreibt die Künstlerin mit dem Titel „Gartenschwestern“ – wobei durch die Eigenschreibweise „gARTenschwestern“ die Betonung auf Art (englisch für Kunst) liegt. Die Inspiration für diesen Namen lieferte eine Figurengruppe aus Holz („gibt es nur im Dreierpaket und nur dreimal in Deutschland“), die Doris Reim unter anderem für den Park des Blauen Schlosses in Mansbach gestaltet hat. Eine weitere Schaffensphase im Leben der Künstlerin. (Jan-Christoph Eisenberg)

gartenschwestern.de

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