Junglandwirte wollen zum Bundesentscheid

Landeswettbewerb am Eichhof: Sie melken für Hessen

Auf Tuchfühlung mit der Milchkuh (von links): Felix Bunse, Stefan Kempf und Rebekka Zeiß erreichten beim Landesentscheid des Melkwettberwerbs im Landwirtschaftszentrum Eichhof die Plätze eins bis drei und vertreten Hessen auf Bundesebene. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Der richtige Melkgriff muss ein Faustgriff sein – sonst gibt es Punktabzug. Die Richtlinien der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) kennen da kein Pardon.

Um Milch aus dem Euter einer Kuh zu gewinnen, gilt es ohnehin einiges zu beachten. Das wird deutlich, als Ausbilderin und Wertungsrichterin Karin Reinhard die Bewertungskriterien für den Hessischen Landesentscheid des Melkwettbewerbs erläutert. Acht angehende sowie ausgelernte Landwirtinnen und Landwirte aus zwei Ausbildungsjahren haben sich dazu drei Tage lang im Landwirtschaftszentrum Eichhof bei Bad Hersfeld den kritischen Augen einer Fachjury gestellt. Und die achtet auf jedes Detail. „Angefangen bei der Sauberkeit der Arbeitskleidung“, verdeutlicht Karin Reinhard. Nur eine von insgesamt zwölf Disziplinen, in denen Punkte vergeben werden. Der richtige Umgang mit der Kuh spielt ebenso eine Rolle wie die Funktionskontrolle der Melkmaschinen oder die Haltung des sogenannten Vormelkbechers zur Kontrolle der ersten Milchstrahlen aus den Zitzen. Sauberkeit und Gründlichkeit werden bewertet, aber auch das Arbeitstempo. Für die Melkdauer und Milchmenge hat ein Testmelker des Landwirtschaftszentrums vorher entsprechende Referenzwerte ermittelt. Neben der praktischen Arbeit im Melkstand fließt auch eine schriftliche Prüfung in die Gesamtpunktzahl ein.

Mehr als Ehrgeiz

Für den Wettbewerb auf Landesebene haben sich die acht Junglandwirtinnen und Junglandwirte in den Lehrgängen zur Nutztierhaltung während ihrer Ausbildung qualifiziert.

Dabei gehe es um mehr als den sportlichen Ehrgeiz, betont der Leiter der Abteilung Bildung des Landesbetriebs Landwirtschaft, Michael Stein: „Er bietet die Möglichkeit, sich im Kreis von Gleichgesinnten zu messen“. Milch sei ein wichtiges und empfindliches Lebensmittel. Nicht zuletzt leiste gutes fachliches Können einen entscheidenden Beitrag, damit ein landwirtschaftlicher Betrieb in Zeiten schwankender Preise gut dastehe. Vor der Siegerehrung, bei der Vertreter des Landesbetriebs Landwirtschaft und des Bauernverbandes Urkunden und Sachpreise überreichen, ist den Teilnehmern die Nervosität deutlich anzusehen.

Bunse ist der Beste

Dann das Ergebnis: Hessens bester Melker stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen: Felix Bunse aus Morsbach. Der Zweitplatzierte Stefan Kempf aus Philippsthal arbeitet im Landwirtschaftszentrum Eichhof – allerdings nicht im Kuh-, sondern im Schweinestall. Auf Rang drei schafft es Rebekka Zeiß aus dem mittelhessischen Lich.

Die drei besten Melker aus Hessen vertreten das Land beim Bundesentscheid, der vom 24. bis zum 26. April im niedersächsischen Echem stattfindet.

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