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Landkreis Hersfeld-Rotenburg rechnet mit Verdopplung der Energiekosten

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Von: Sebastian Schaffner

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Ab September muss Energie gespart werden: Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass Sehenswürdigkeiten – wie hier die Bad Hersfelder Stiftsruine – dann nicht mehr aus rein ästhetischen Gründen beleuchtet werden dürfen. Grund ist die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Energiekrise.
Ab September muss Energie gespart werden: Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass Sehenswürdigkeiten – wie hier die Bad Hersfelder Stiftsruine – dann nicht mehr aus rein ästhetischen Gründen beleuchtet werden dürfen. Grund ist die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Energiekrise. © Torsten Wiegand

Die steigenden Energiepreise stellen Landkreis, Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Im Landratsamt und den Rathäusern stellt man sich auf hohe Mehrkosten ein.

Hersfeld-Rotenburg – Die steigenden Energiepreise stellen auch den Landkreis, die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Im Landratsamt und in den Rathäusern stellt man sich auf empfindliche Mehrkosten ein, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergeben hat. Auch wenn die tatsächlichen Auswirkungen und Kostensteigerungen noch nicht absehbar sind – Kita-Kinder und Schüler sollen nicht die Leidtragenden sein.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Energieausgaben etwa verdoppeln werden“, sagt Kreissprecherin Jasmin Krenz. Im aktuellen Haushalt des Landkreises sind allein 3,35 Millionen Euro für Energiekosten eingeplant. „Ob diese Summe ausreicht, können wir nur am Ende des Abrechnungszeitraums sehen“, so Krenz. „Wir gehen aber davon aus, dass wir die Ansätze übersteigen werden.“

Die nächtliche Außenbeleuchtung hat der Landkreis bereits abgestellt. Weitere Energieeinsparungen seien geplant. Das Landratsamt hat dafür eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Der Maßnahmenkatalog soll bei der Bürgermeisterdienstversammlung am Mittwoch Thema sein. „So können wir bestenfalls kreisweit einheitliche Maßnahmen umsetzen.“

In einem Punkt herrsche im Landratsamt aber schon jetzt Klarheit: „Alle Eltern im Kreis brauchen sich keine Sorgen machen, dass ihre Kinder in der Schule frieren müssen. In den Schulen wird selbstverständlich geheizt werden“, betont die Kreissprecherin. Ohnehin sei in den Schulen viel passiert oder zumindest geplant: Einige Gebäude verfügten bereits über intelligente Heizungssteuerungen, die nur dann für Wärme sorgen, wenn ein Klassenraum auch wirklich besetzt ist. Zudem sollen jetzt für neun Millionen Euro Lüftungsanlagen in den Klassenräumen installiert werden. „Diese Anlagen helfen nicht nur in Sachen Infektionsschutz, sondern haben eine gute Wärmerückgewinnung und sind damit energieeffizient“, so Krenz.

Auch in den Rathäusern bereiten sich die Bürgermeister auf eine Kostenexplosion vor. Ralf Hilmes (SPD) aus Nentershausen rechnet auch mit einer Verdopplung der Energiekosten. Er hofft nun auf finanzielle Hilfe von Bund und Land. Timo Lübeck (CDU), Bürgermeister in Haunetal, stellt klar: „Wir werden die Kindergartenkinder im Winter sicherlich nicht in kalten Räumen betreuen.“

Was die Städte Bad Hersfeld, Bebra, Heringen und Rotenburg zur Energiekrise sagen, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von unserer Zeitung. (Sebastian Schaffner)

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