Coronavirus: digitale Kontaktermittlung

Hersfeld-Rotenburg: Kreis, Gastronomen und Geschäftsleute wollen Luca-App

Digitale Kontaktverfolgung: So sieht das Einchecken mit der Luca-App im Einzelhandel oder in der Gastronomie aus.
+
Digitale Kontaktverfolgung: So sieht das Einchecken mit der Luca-App im Einzelhandel oder in der Gastronomie aus.

Nach endlos scheinendem Infektionsgeschehen sehnen sich viele Bürger immer mehr nach Normalität.

Hersfeld-Rotenburg – Die App Luca soll auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg jetzt dazu beitragen, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und bei der Kontaktnachverfolgung entscheidend voranzukommen.

Landrat Dr. Michael Koch sagt dazu: „Die Ausbreitung des Virus hat gerade durch die Mutationen deutlich an Fahrt aufgenommen. Wir müssen schneller sein. Das schaffen wir allerdings nur mit digitalen Lösungen.“ Der Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung hat daher gegenüber dem Anbieter der App um einen Kostenvoranschlag sowie weitere Informationen hinsichtlich Meldewegen der Apps und datenschutzrechtlichen Vorgaben gebeten.

Und so funktioniert die App Luca: Die App-Nutzer hinterlegen erst einmal ihre persönlichen Kontaktdaten in der App. Sie checken dann eigenständig mithilfe eines QR-Codes bei angemeldeten Einzelhändlern oder Gastronomen ein, wenn sie das entsprechende Geschäft betreten. Wenn ein App-Nutzer sich in einem Geschäft aufgehalten hat, in dem zur selben Zeit auch ein Corona-Infizierter war, wird man darüber informiert. Im Fall von Corona-Infektionen werden die Daten aus der App auch dem Gesundheitsamt für die Kontaktnachverfolgung übermittelt.

Die Möglichkeiten durch Apps wie Luca sind deshalb vielversprechend, weil man nicht mehr darauf warten muss, dass zum Beispiel Unternehmen die Formulare von Gästen an das Gesundheitsamt übermitteln. Auch aus dem Einzelhandel und der Gastronomie gibt es positive Signale. Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Hessen-Nord Martin Knauff sagt: „Der gesamte Verband steht voll und ganz hinter dem Konzept. Wir wollen diese Art der Kontakterfassung unseren Mitgliedern und den Geschäften empfehlen.“

Vertreter aus den Stadtentwicklungen von Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg haben in der vergangenen Woche gemeinsam einen Brief an den Landrat verfasst. „Diese App würde Vieles erleichtern. Jetzt müssen möglichst schnell die administrativen Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, sagt Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft SEB in Bebra. „Nach Rücksprachen mit einigen Unternehmern erhoffen sich Handel und Gastronomie sehr viel von dieser Lösung“, sagt auch Torben Schäfer, Geschäftsführer der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER in Rotenburg.

Der Modehändler Thomas Vockeroth, Inhaber der Bad Hersfelder Sauer-Gruppe, ergänzt: „Wir stehen hier vor der Möglichkeit, der Bevölkerung einen Teil ihres altbekannten Lebens zurückzugeben.“ Das sieht auch Ralf Kramer so, dem die Rotenburger Biermanufaktur gehört. „Ich habe im vergangenen Sommer innerhalb weniger Tage zwei dicke Ordner mit Kontaktformularen angesammelt. Durch den Einsatz einer solchen App werden alle Beteiligten enorm entlastet. Wir müssen uns darauf einstellen, dass das Virus noch länger Teil unseres Alltags sein wird. Luca kann die Situation erleichtern.“ (Anna Weyh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.