Migranten sollen in Wohnungen untergebracht werden

Landrat erwartet 2015 noch 1000 Flüchtlinge

Bad Hersfeld. Der Strom der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten ins sichere Europa reißt nicht ab. Auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen, zusätzlich zu den 120, die gestern angekommen sind.

„Wir werden mit 1000 zusätzlichen Menschen in diesem Jahr rechnen müssen“, sagte Landrat Dr. Michael Koch am Mittwoch bei einem Informationsabend des Ausländerbeirats Bad Hersfeld und des Bündnisses „bunt statt braun“.

Koch machte aber auch deutlich, dass es den Platz für die noch zu erwartenden Flüchtlinge derzeit noch nicht gebe. Deshalb arbeite der Fachdienst Migration mit Hochdruck daran, weitere Unterkünfte anzumieten.

Dabei setzt man im Kreis Hersfeld-Rotenburg entgegen den Vorgaben, Flüchtlinge in Sammelunterkünften zu beherbergen, bewusst auf dezentrale Unterbringung, erläutert Frank Hildebrand vom Fachdienst Migration. Es gebe viele Wohnungsangebote, die jedoch alle erst einmal überprüft werden müssten, unter anderem mit Blick auf den Brandschutz, aber auch auf die Infrastruktur. „Es gibt die latente Gefahr, dass Flüchtlingsunterkünfte brennen“, hielt der Landrat einer aufgebrachten Frau entgegen, die das Thema Brandschutz für zu bürokratisch hielt.

Da Flüchtlinge keine Autos hätten, sei es auch wünschenswert, dass Geschäfte, Schulen und Kindergärten erreichbar seien, ergänzte Hildebrand. Beide machten deutlich, dass der Landkreis ortsübliche Mieten zahle.

Um die Arbeit zu bewältigen, soll der Fachdienst personell aufgestockt werden. Eine halbe Stelle solle neu geschaffen werden, erklärte Koch, außerdem werde hausintern aus anderen Abteilungen ausgeholfen. Auch die Bürgermeister hätten die Unterstützung ihrer Mitarbeiter angeboten. „Wir können es nur gemeinsam schaffen“, machte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald deutlich.

Von Christine Zacharias

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