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Lea Stiben absolviert ein Freiwilliges Soziales Schuljahr

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Von: Jenny Breiding

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Macht ein Freiwilliges Soziales Schuljahr Hessen beim Naturschutzbund Solz: Lea Stiben beim Apfelsaftpressen im Milan Haus
Macht ein Freiwilliges Soziales Schuljahr Hessen beim Naturschutzbund Solz: Lea Stiben beim Apfelsaftpressen im Milan Haus © Dieter Gothe / nh

Dass sie die Natur schützen möchte, weiß Lea Stiben aus Bad Hersfeld schon seit langer Zeit. Sie besucht momentan die zehnte Klasse der Gesamtschule Obersberg und wird nun bei der Ortsgruppe des Naturschutzbundes Solz aktiv.

Solz/Bad Hersfeld – Im Rahmen des Förderprogrammes „Freiwilliges Soziales Schuljahr Hessen“ setzt sich die motivierte Jugendliche nun zusätzlich zur regulären Schulausbildung für ein Jahr mit zwei Wochenstunden für Umwelt und Natur ein.

Über eine Infoveranstaltung in der Schule erfuhr Lea vom Freiwilligen Sozialen Schuljahr. Weil sie sich schon seit geraumer Zeit für den Umweltschutz interessiert, machte sie sich zuhause direkt auf die Suche nach weiteren Informationen und einer Organisation, die ihre Interessen verfolgt.

Nachdem sie auf das kürzlich neu gebaute Naturschutzzentrum Milan (Mittendrin, Information, Landschaftspfege, Arten, Naturschutz) des Nabu Solz traf, war für Lea klar, wo ihre ehrenamtliche Reise hingehen sollte. Eine kurze Bewerbung später kam sie in direkten Kontakt mit Dieter Gothe, dem Vorsitzenden des Nabu Solz. Noch am Telefon beschlossen die beiden, dass es eine sehr gute Idee sei, die 16-Jährige zu engagieren.

Lea ist vom Aktivismus überzeugt. „Es ist eine Sache, zu lernen, was man ändern kann und eine andere Sache, wie man es ändern kann“, sagt sie beim Treffen mit der Zeitung. Sie möchte nicht weiter nur zusehen. Vor allem, weil es ihr Spaß macht, aktiv zu werden. Denn Umwelt- und Tierschutz liegen der 16-Jährigen sehr am Herzen. „Ich will auf Missstände aufmerksam machen“, sagt Lea entschieden. Immer wieder spricht sie von Vergleichsbildern, die den Verfall der Umwelt zeigen und davon, wie erschreckend sie diese empfindet.

Seit Oktober unterstützt Lea nun den Nabu Solz, bei dem es für jeden größeren Themenbereich ehrenamtliche Experten gibt, die verschiedene Projekte leiten, erzählt sie. Das erste Projekt, an dem Lea teilnahm, fand kürzlich im Milan statt - eine Apfelaktion, die extra für Kindergarten – und Vorschulkinder angeboten wurde. Alle Bürger waren an diesem Tag dazu eingeladen, jede Menge Äpfel vorbeizubringen. Diese wurden dann gepresst und für die Kinder in Form von Saft abgefüllt.

Zudem erklärte ein pensionierter Lehrer als Ehrenamtlicher des Nabu den Kindern den Vorgang der Fotosynthese am Beispiel von Zucker in Äpfeln. „Es war super interessant und die Kinder hatten total viel Spaß“, sagt Lea, die vor allem die Gemeinschaft an diesem Tag genossen hat.

Lea berichtet, dass im Winter beim Nabu nicht so viel los sei wie im Sommer. Dennoch müssten die Nabu-eigenen Ziegen und Schafe weiterhin gepflegt, gefüttert und umgeweidet werden. Außerdem stehe die Planung weiterer Projekte an. Im Milan gebe es immer genug zu tun. „Es ist so schön, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren“, schwärmt Lea, sichtlich begeistert von ihrer neuen Beschäftigung und den Kollegen.

Wenn Lea ihre Zeit beim Nabu verbringt, kann sie entspannen. „Man kann den ganzen Schul- und Alltagsstress einfach mal ausblenden und sich erholen“, sagt sie. In ihrem Freiwilligen Sozialen Schuljahr möchte sie vor allem Aufmerksamkeit erregen. Hierbei könnten Instagram, Facebook und Co. helfen. An Ideen und Motivation mangelt es der Jugendlichen nicht.

Auch in ihrer Freizeit handelt Lea bewusst. Seit zweieinhalb Jahren ist sie Vegetarierin und verzichtet auf Fleisch. Und sie sprudelt nur vor Ideen zu ihrer beruflichen Laufbahn, die keine gewöhnlichen für eine Jugendliche sind.

Ein Familienessen, bei dem es um Zukunftspläne und Berufe ging, öffnete Lea die Augen. „Ich möchte unbedingt Meeresbiologin werden.“ Denn Meere sind ihre große Leidenschaft. „Das fühlt sich einfach richtig an“, sagt sie schmunzelnd, als sie von ihren Plänen erzählt. Den Weg zur Meeresbiologin hat sich die Zehntklässlerin schon genauestens überlegt.

Im nächsten Jahr wechselt sie auf die Modellschule Obersberg. Die Wahl ihrer Leistungskurse stehe aber noch nicht final fest. „Ich kann mich einfach nicht entscheiden“, sagt sie lachend. Biologie wählt sie sehr wahrscheinlich, Englisch und Chemie findet sie aber genauso interessant. Nach dem Abitur möchte Lea dann studieren. Sie plant einen Bachelor in Biologie zu absolvieren und sich danach mit dem Master auf Meeresbiologie spezialisieren.

Über die Frage, ob sie auch mal im Ausland Erfahrungen sammeln möchte, muss Lea nicht lang nachdenken. „Ja, auf jeden Fall“, sagt sie energisch. Mit leuchtenden Augen spricht sie von Universitäten in England, Schweden und Finnland.

Lea präsentiert sich sichtlich entschlossen und ihre Motivation ist auf jeder Ebene zu spüren. „Die meisten Menschen wissen, dass endlich etwas geändert werden muss und tun dennoch nichts. Ich will was tun“, sagt sie.

Weitere Informationen zu dem Förderprogramm des Landes Hessen und dem Freiwilligen Sozialen Schuljahr Hessen beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg unter Tel 0 66 21/87 11 06 (Ansprechpartnerin Christina Reuscher) oder unter https://www.hef-rof.de/land-leute/ehrenamt3/fssjh

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