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Lebensretter: Brüder aus Friedewald entdecken Brand und holen Hilfe

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Von: Mario Reymond

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„Da kam der Rauch raus“: Anton und Emil zeigen beide auf das große Fenster des Nachbarhauses in Friedewald, hinter dem am Sonntagnachmittag ein alter Röhrenfernseher brannte. Die beiden aufmerksamen Jungen hatten den Qualm entdeckt, Alarm geschlagen und so Schlimmeres verhindert.
„Da kam der Rauch raus“: Anton und Emil zeigen beide auf das große Fenster des Nachbarhauses in Friedewald, hinter dem am Sonntagnachmittag ein alter Röhrenfernseher brannte. Die beiden aufmerksamen Jungen hatten den Qualm entdeckt, Alarm geschlagen und so Schlimmeres verhindert. © Mario Reymond

Die Brüder Anton (6) und Emil (9) haben am Sonntag einen Brand im Nachbarhaus entdeckt und Schlimmeres verhindert. Für ihren Einsatz bekamen sie vom Bürgermeister eine Urkunde.

Friedwald – Pünktchen und Anton aus dem Jahre 1931 sowie Emil und die Detektive aus 1929 sind die Titel zweier Kinderbücher von Erich Kästner.

Dabei versucht einmal der kleine Anton einen Einbruch zu verhindern und ein anderes Mal ist es Emil, der sich auf die Fersen eines Mannes heftet, der ihm auf der Zugfahrt 140 Mark gestohlen hat, die ihm seine Mutter für die Oma mitgegeben hatte.

Auch heute noch gibt es solche kleinen Helden, an denen Erich Kästner sicher Gefallen gefunden hätte. Ganz bestimmt wäre er, wenn er denn heute noch leben würde, auf die Brüder Hebeler in Friedewald aufmerksam geworden. Und das nicht zuletzt deren Namen wegen. Deswegen vielleicht auch.

Ganz bestimmt aber wegen ihrer besonderen Tat. Denn Anton (6) und Emil (9) aus Friedewald sind am vergangenen Sonntagnachmittag zu Lebensrettern geworden.

Beim Spielen im Garten entdeckten sie fast zeitgleich Rauch aus dem Fenster eines Nachbarhauses aufsteigen. Sofort verständigten die beiden ihren Onkel, der im Garten im Whirlpool saß. Dieser sprang schnell aus dem Wasser, rannte zu den Nachbarn und holte diese aus der Wohnung.

Zwischenzeitlich waren auch andere Nachbarn aufmerksam geworden, alarmierten die Feuerwehr und kümmerten sich dann um das ältere Ehepaar, brachten Stühle und Wasser.

Anton und Emil dürfen durchaus als Helden bezeichnet werden, findet auch Gemeindebrandinspektor Günter Scheer, der den Feuerwehreinsatz leitete.

„Ohne das schnelle Reagieren der beiden und ihres Onkels wären die beiden Bewohner des Hauses ganz sicher nicht unverletzt davongekommen. Und auch der Brandschaden wäre deutlich größer gewesen“, ist sich der Gemeindebrandinspektor sicher.

Ursächlich für das Feuer war übrigens ein defekter Röhrenfernseher, den die Einsatzkräfte samt Fernsehschrank und kokelnden Donald-Duck-Heften sowie einem Videorekorder und -kassetten aus dem Fenster warfen.

Im Brandeinsatz waren zwei Trupps unter Atemschutz, die im Wechsel mit Wasser aus einem C-Rohr das Feuer löschten.

Aktive Feuerwehrmänner wollen Anton und Emil auch werden. Sie gehören bereits der Friedewalder Bambini-Feuerwehr an – den Löschzwergen. Der neun Jahre alte Emil steht bereits auf dem Sprung zur Jugendfeuerwehr.

Sein jüngerer Bruder Anton war am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal bei den Bambinis. Auch er hat durch seine Aufmerksamkeit am Sonntagnachmittag bewiesen, dass er sich mit dem Feuerwehrwesen das richtige Hobby ausgesucht hat. Günter Scheer jedenfalls ist begeistert: „Die beiden sind fit.“

Diesen lobenden Worten schloss sich Bürgermeister Julian Kempka an und überreichte den beiden Helden jeweils eine Dankesurkunde sowie eine Packung Lego und Playmobil.

Darin natürlich Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehrmänner, damit sich Emil und Anton auch beim gemeinsamen Spielen als Helfer und Retter in der Not fühlen können.

(Mario Reymond)

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