Entlassung wegen Rufschädigung – Vorwürfe wahr

Lehrer wird nicht rehabilitiert

Wehrda. Das reformpädagogische Internat Schloss Hohenwehrda möchte einen entlassenen Lehrer nicht rehabilitieren. In den 80er-Jahren hatte er einem Kollegen sexuellen Missbrauch vorgeworfen und war anschließend wegen Rufschädigung entlassen worden.

Nach hr-info Recherchen gibt es inzwischen jedoch Hinweise, dass seine Vorwürfe offenbar zutreffend waren. Damals sah ein Gericht die Vorwürfe des Lehrers gegen seinen Kollegen als nicht erwiesen an und sprach ihn frei.

Sexuelle Übergriffe belegt

In dem Freispruch wurden sexuelle Übergriffe des Lehrers auf Schüler zwar deutlich belegt, aber nicht als Missbrauch gewertet. Inzwischen ist der Mann allerdings wegen ähnlicher Handlungen mehrfach verurteilt worden. Sowohl in Schloss Hohenwehrda als auch später in anderen Schulen soll er Schüler bei Massagen an Po und Genitalien gefasst haben.

Keine neue Bewertung

Das Internat sieht dennoch keinen Anlass, den damaligen Fall neu zu bewerten und den Lehrer zu rehabilitieren, der damals für den Prozess gesorgt hatte. Die Schule hatte ihn entlassen, zwischenzeitlich ist er verstorben.

Keine Missbrauchs-Hinweise

Das Internat besteht darauf, er habe eine Intrige gegen seinen Kollegen gesponnen, um einen Konkurrenten loszuwerden. Das Internat verweist auf den Freispruch aus den 80er-Jahren.

Außerdem habe eine Umfrage unter ehemaligen Schülern keine Hinweise auf Missbrauch erbracht. (red)

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