Lehrmeister in Erster Hilfe: Walter Willhardt aus Bebra hört nach zwölf Jahren auf

Die Handgriffe sind ihm vertraut: Walter Willhardt mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebungspuppe. Nach zwölf Jahren beendet er seine ehrenamtliche Tätigkeit als Erste-Hilfe-Trainer. Foto: Meyer

Bebra/Rotenburg. Unzählige Male hat er die Übungspuppe ausgepackt, hat an ihr die Herzdruckmassage und die Mund-zu-Nase-Beatmung demonstriert. Die Handgriffe gehen ihm blind von der Hand. Nach zwölf Jahren beendet Walter Willhardt aus Bebra seine ehrenamtliche Tätigkeit als Erste-Hilfe-Trainer für das Rote Kreuz.

Walter Willhardt, Oberstabsfeldwebel a.D., war im Zentrum für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr in Berlin tätig, bevor er in den Ruhestand ging. Auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe und einem ehrenamtlichen Betätigungsfeld stieß er auf das Rote Kreuz, absolvierte Sanitäter-Lehrgänge und erwarb den Lehrschein.

Sein Antrieb: Willhardt wollte sich in die Lage versetzen, selbst zu lehren und ausbilden zu können. Die stabile Seitenlage, Wundbehandlung, Wiederbelebung und die Überprüfung der Vitalfunktionen - all das waren Inhalte, die für Willhardt weitgehend Neuland waren, war er doch als Soldat nicht direkt mit den Aufgaben der Sanitäter in Berührung gekommen. Als Neuling im Roten Kreuz lernte er die Strukturen der Organisation kennen und staunte darüber, was Sanitäter alles leisten.

Als ehemaliger Rekruten-Ausbilder sah sich Willhardt als vorbelastet an. Zwar galt jetzt nicht mehr das Prinzip von Befehl und Gehorsam, aber: Auch bei der Bundeswehr sei es schon darum gegangen, zu begeistern. Willhardt: „Man muss Leute motivieren, damit sie etwas mitnehmen.“ Überwiegend war Willhardt in Betrieben tätig, um Mitarbeiter in Erster Hilfe auszubilden - eine Tätigkeit, die ihm viel Freude bereitete, wenn sich die Teilnehmer interessiert und wissbegierig zeigten. Auf 30 bis 35 Einsätze im Altkreis Rotenburg kam er pro Jahr.

Kritisch sieht Willhardt die Umstellung der Erste-Hilfe-Trainings, die er in seiner aktiven Zeit miterlebte, und zu der etwa die Verkürzung des Trainings von 16 auf neun Unterrichtseinheiten gehört. Die Veränderungen hätten zu Unübersichtlichkeit geführt, sagt er.

Nach zwölf Jahren „in der Verwendung“, wie er sagt, ist für Willhardt der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen. Ab einem gewissen Alter, sagt er, könne man nicht mehr so gut motivieren. „Man sollte rechtzeitig aufhören.“

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