Verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion fordert Stärkung des Bahnverkehrs

Leidig setzt auf die Schiene

Diskutierten in Bebra über die Bahn: Sabine Leidig, Mitte, hatte gemeinsam mit Horst Zanger, rechts daneben, zum Bahn-Forum in den Hessischen Hof eingeladen. Aus Solidarität mit den Stuttgart-21-Gegnern hatte sie Lebkuchenherzen mit dem Spritzgussschriftzug „Oben bleiben“ mitgebracht. Foto: Gottbehüt

Bebra. Weniger die regionalen Probleme, sondern mehr das große Ganze standen beim Bahn-Forum, zu dem die Partei Die Linke am Mittwochabend eingeladen hatte, im Vordergrund. „Die Bahn ist auf Börsentauglichkeit ausgerichtet und orientiert sich nicht am Mobilitätsbedarf der Menschen“, sagte Sabine Leidig, Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Sie forderte einen Perspektivwechsel. Schließlich seien immer mehr Menschen, die ohne eigenes Auto auskommen müssten, davon betroffen. „Klar ist, dass Konzepte entwickelt werden müssen, damit diejenigen, die auf Mobilität angewiesen sind, nicht abgehängt werden“, erklärte Leidig.

Ob Personen- oder Güterverkehr: die Schiene müsse deutlich gestärkt werden, sagte sie. Die Klimaschäden durch den Verkehr seien immer noch die größten – und die Schiene habe den riesigen Vorteil, dass sie am wenigsten umweltschädlich sei.

Dabei sei es erforderlich, ein vernünftig vertaktetes Angebot zu schaffen: „Alle halbe Stunde ein Zug – das wäre der Idealfall.“ Wenn diese Option bestehe, werde sie auch angenommen, erklärte Leidig.

Es müsse sich eine Bewegung für solidarische Mobilität an der Basis der Bevölkerung entwickeln, forderte sie: „Wir müssen das erkämpfen – es braucht viele, die sich engagieren.“

Die bisherige Verkehrspolitik zugunsten von Straße und Auto bezeichnete sie als verfehlt. „Aber selbst wenn wir an der Regierung wären – die Einflussnahmen der Lobbyisten sind enorm – und ich weiß nicht, ob wir dann etwas ändern könnten – die haben einfach Macht, das darf man nicht unterschätzen“, sagte Leidig.

Ernst Richardt und Thomas Mühlhausen von den örtlichen Vertretungen der Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDL sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bebraer Stadtparlament, Bernd Holzhauer, baten um Unterstützung in Sachen Mitte-Deutschland-Verbindung und um eine Erhöhung des Budgets für den Regionalverkehr.

Von Peter Gottbehüt

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