So hoch wie noch nie: Inzidenz auf 69,7 gestiegen

Hersfeld-Rotenburg: Geteiltes Echo auf neue Corona-Regeln, Kliniken gut gerüstet

Maskenpflicht, Maske, Corona, Symbolbild
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Längst wird von der Bevölkerung im Kreis Hersfeld-Rotenburg wegen der Corona-Pandemie wesentlich mehr als nur die Maskenpflicht verlangt (Symbolbild).

Restaurants müssen schließen, der Amateursport wird wieder runtergefahren, persönliche Kontakte müssen eingeschränkt werden.

Hersfeld-Rotenburg – Die neuen Corona-Regeln, die ab Montag gelten, sorgen im Kreis Hersfeld-Rotenburg für unterschiedliche Reaktionen.

„Wir sind sehr deprimiert“, sagte Holger Reichenauer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Waldhessen. „Unsere Betriebe haben viel Geld in Luftfilteranlagen und Heizpilze investiert, wir haben Hygienevorschriften erfüllt und Gästelisten geführt“, sagte er, „und jetzt müssen wir wieder schließen? Das ist nicht gerechtfertigt.“ Reichenauer zeigte sich zugleich kämpferisch: „Wir haben das im Frühjahr geschafft, wir schaffen das auch diesmal.“ Die in Aussicht gestellten finanziellen Hilfen müssten schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden. Kritik kam auch aus anderen Branchen, die im November wieder einen Monat lang ihre Geschäfte schließen müssen.

Für das Staatliche Schulamt zeigte sich Leiterin Anita Hofmann erleichtert, dass Schulen, wie auch Kindergärten, trotz der neuen Teil-Lockdowns weiter geöffnet bleiben sollen. „Wir wollen diesen Zustand so lange wie möglich erhalten, am besten im Vollbetrieb, aber notfalls auch eingeschränkt.“

Die Krankenhäuser im Kreis sehen sich angesichts der steigenden Infektionszahlen gut aufgestellt. „Die Herausforderung wird sein, dass ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung steht“, sagte Klinikum-Geschäftsführer Rolf Weigel.

Im Klinikum, wo derzeit zehn Covid-19-Patienten behandelt werden, stehen bis zu 14 Intensivbetten mit Beatmung und 22 Betten für die Normalpflege zur Verfügung. Das HKZ kann bis zu sechs Intensiv- und sieben Normalstationsbetten bereitstellen. Im Kreiskrankenhaus in Rotenburg sind derzeit vier Betten für Corona-Erkrankte reserviert. Zwei sind belegt. „Bei Bedarf können wir in 24 Stunden unsere Kapazitäten hochfahren“, sagte der medizinische Geschäftsführer Dr. Martin Oechsner.

Landrat Dr. Michael Koch warb dafür, die neuen Verordnungen einzuhalten. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass der Inzidenz-Wert für unseren Landkreis auch in den dreistelligen Bereich steigen kann“, warnte er. Nachdem in den ersten hessischen Kliniken Engpässe bei der Versorgung von Corona-Patienten herrschten, „müssen wir alles dafür tun, dies im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu verhindern“.

Hersfeld-Rotenburg: Inzidenz bei 69,7

20 Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt am Donnerstag gemeldet. Betroffen waren 13 Männer und sieben Frauen im Alter von sieben bis 93 Jahren. Aktuell Corona-positiv sind 127 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 69,7 – bislang der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im Kreis. Unter Quarantäne stehen 715 Menschen, darunter auch 19 Kinder und vier Erzieherinnen des Kindergartens Heenes.

Von Sebastian Schaffner und Kai A. Struthoff

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