Unsere Wochenkolumne „Zwischen den Zeilen“

Lolls versus Festspiele und gute Ideen

Nadine Maaz
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Nadine Meier-Maaz

Natürlich um das Lullusfest, aber auch um Baufortschritt und gute Ideen geht es in der aktuellen Kolumne von Nadine Meier-Maaz - reichlich Diskussionsstoff fürs Wochenende.

Das wohl beherrschende Thema war diese Woche ganz klar die erneute Absage des Lullusfests. Die Enttäuschung bei vielen Lolls-Fans ist mehr als verständlich, dass sich der Frust einiger aber im Internet auch gleich wieder in unkontrollierter Wut und persönlichen Angriffen niederschlägt, ist wenig fair. Auch der Vergleich mit den Festspielen hinkt und wirkt wie ein Versuch, diese gegen Lolls auszuspielen.

Die Festspiele haben ein besonderes Hygienekonzept mit festen personalisierten Sitzplätzen (wenngleich man über die Erhöhung auf 900 diskutieren kann), Maskenpflicht sowie ein anderes Publikum, und aktuell ist die Inzidenz noch niedrig. Das könnte im Herbst wieder anders aussehen. Und mal ehrlich: Wäre Lolls mit Abstand, Maske, Umzäunung und Eingangskontrolle für ein paar wenige Buden dann wirklich Lolls? Und vielleicht präsentieren Verwaltung und Verein ja auch doch noch für alle akzeptable und würdige Alternativen zum „echten“ Fest. Zumindest so ein bisschen Lolls war letztes Jahr schließlich auch. Den Vorstoß, über das Lullusfest künftig ebenfalls die Stadtverordneten entscheiden zu lassen, finde ich im Übrigen durchaus eine Überlegung wert.

Dass die Festspiele (viel) Geld kosten, ist eh klar. Doch sie bringen – neben dem besonderen Flair und dem Imagegewinn – eben auch Geld ins Städtchen. Man kann es nur immer wieder betonen, und wer die Aufführungen besucht, mit Gästen, Händlern und Gastronomen spricht, weiß das. Darüber hinaus profitieren von dem Theaterfestival aber auch Branchen, an die man nicht unbedingt sofort denkt – vom Schuhmacher über die Reinigung bis hin zum Wasserinstallateur.

Geld einbringen soll aktuell auch die Benefiz-Aktion der Festspiele zugunsten der Hochwasser-Opfer in Teilen Deutschlands. Auf der Internetseite der Festspiele werden noch bis 9. August 30 mal 30 Zentimeter große, ganz unterschiedliche Bilder versteigert, die aktuelle und ehemalige Darsteller, Promis und „Normalos“ für den guten Zweck erstellt haben. Spitzenreiter mit über 1500 Euro ist derzeit der Dino von Henry Maske, für viele andere Werke – gerade der nicht prominenten Teilnehmer – gibt es hingegen erst wenige Gebote. Und auch bei so manchen namhaften Beiträgen ist noch Luft nach oben. Schauen Sie doch mal rein, es lohnt sich und wäre doch schade, wenn am Ende wenig bei rumkommt. Ich habe mich übrigens ebenfalls getraut mitzumachen. Meine Stiftsruine ist vielleicht nicht schön, aber selten ...

Ein spektakuläres Schauspiel ist nächste Woche auch an der Fulda in Bad Hersfeld zu erleben. Dann soll das noch fehlende Mittelstück der neuen Fuldabrücke eingesetzt werden, die ab Herbst von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden soll. Schon als die beiden ersten Teile an Ort und Stelle gehoben wurden, war neben schwerem Gerät Millimeterarbeit gefragt.

Gut funktioniert hat offenbar die Corona-Version des Haune-Rock-Festivals in Odensachsen. Aus der Idee anderer Musikfans, ein Metal-Konzert mit mehreren Bands in der Burgruine Hauneck in Oberstoppel zu veranstalten, ist hingegen nichts geworden, wie man hört. Sein Ok soll Hessen Forst indes für standesamtliche Trauungen dort oben gegeben haben, wie sie die Marktgemeinde Haunetal plant. Sicher keine schlechte Idee, wo Eheschließungen vorm Standesbeamten immer mehr zum Event werden und es andernorts im Landkreis ähnliche Angebote längst gibt. Nur fußkrank dürfen die Paare und Gäste dann nicht sein und sanitäre Anlagen gibt es eben auch nicht. Ich bin gespannt, wie das Problem gelöst wird. (Nadine Meier-Maaz)

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