Wahl am 8. April 2018

Frank Rößing will Bürgermeister von Ludwigsau werden

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Bürgermeisterkandidat Frank Rößing mit seiner Frau Melanie, den Söhnen Gero (9) und Hendrik (20) sowie dessen Freundin Antonija (19) an der Birkenallee, die zu ihrem Haus in Rohrbach führt.

Ludwigsau. Am 8. April wählt Ludwigsau einen neuen Bürgermeister. Wir stellen die fünf Kandidaten in der Reihenfolge vor, wie sie auf dem Wahlzettel stehen. Dieses Mal ist es Frank Rößig.

Ein gewaltiger Büffel blickt stoisch von der Wand herab auf den Esstisch der Familie Rößing in Rohrbach. Der zottelige Kopf des Moschusochsen ist eine Jagdtrophäe, die Frank Rößing von einer Reise in den wilden Norden von Kanada mitgebracht hat. „Die Jagd ist für mich ein Quell der Ruhe und der Kraft“, sagt Rößing und erzählt von Abenden auf dem Hochsitz und seiner Liebe zur Natur.

Der 50-Jährige stammt aus einem Försterhaushalt, hat vier Semester Forstwirtschaft studiert und verbringt als Landschaftsgärtner viel Zeit im Freien. Neben der Birkenallee, die zum Mehrgenerationenhaus der Rößings führt, stehen Bienenstöcke, oberhalb des Hauses sind 20 000 Quadratmeter Grund mit Eichen- und Obstbäumen, die er selbst aufgeforstet hat. „Dafür schlägt mein Herz“, sagt Frank Rößing. Die intakte Natur mache die Lebensqualität in Waldhessen aus.

Nachhaltigkeit ist Frank Rößig wichtig

Nachhaltigkeit ist ihm wichtig – auch in der Kommunalpolitik. Das Geschehen in der Welt und der Gemeinde habe er immer interessiert verfolgt. Nun will er selbst aktiv werden und bewirbt sich um die Nachfolge von Bürgermeister Thomas Baumann, dessen Arbeit er immer geschätzt hat. „Ich war nie Parteimitglied“, sagt Rößing, deshalb habe er sich bislang auch nicht in der Gemeindepolitik engagiert. „Es sollte immer um die Sache gehen, mir widerstrebt Ideologisierung.“

In seinem Beruf habe er viel Lebenserfahrung gesammelt. „Als Landschaftsgärtner bin ich wirklich ein Gestalter“, sagt er augenzwinkernd mit Hinweis auf die „Gestalten statt Verwalten“-Slogans seiner Mitbewerber. Er selbst wirbt für sich mit den Worten: „Ehrlich. Echt. Sachorientiert“. Rößing will keine „Luftschlösser propagieren, das ist unseriös.“ Denn falsche Versprechen führten letztlich zur Politikverdrossenheit. Rößing ist einer, der lieber mit kleinen Schritten sein Ziel erreicht.

Dabei kann er auf die Unterstützung seiner Familie zählen. „Mein Mann ist selbst und ständig“, sagt Ehefrau Melanie, die Bankkauffrau bei der Sparkasse ist, schmunzelnd, „er ist schon jetzt ständig unterwegs“, die zeitlichen Belastungen eines Bürgermeisterpostens fürchte sie daher nicht. Mit seinem erwachsenen Sohne Hendrik teilt Frank Rößing die Liebe zum Rudern. „Alle sitzen in einem Boot, und man hat auch schwächere im Team“ – das gelte auch für die politische Arbeit in der Gemeinde.

Als Bürgermeister möchte Rößing vor allem das „Kirchturmdenken“ der Ortsteile durchbrechen und setzt dabei auf die Kooperation der Vereine. Ein gelungenes Beispiel dafür sei etwa die Fusion der Feuerwehren von Mecklar und Meckbach. Den Bürgermeister sieht er als Mittler zwischen Verwaltung und Bürgern. Rößing hat keine Angst vor großen Aufgaben und Tieren – davon zeugt der Büffelkopf an der Wand.

Die politischen Ziele von Frank Rößing

Die Familienfreundlichkeit der Gemeinde zu erhöhen ist ein wichtiges Ziel von Frank Rößing. Dazu trägt für ihn auch die intakte Natur in Waldhessen bei, die etwa durch den Bau von Stromtrassen eingeschränkt werde. Trotzdem plädiert Rößing dafür, nicht gegen Windmühlen zu kämpfen und dabei Kräfte zu verschwenden. „Unsere Einflussmöglichkeiten sind begrenzt“, sagt er realistisch. 

Deshalb gelte es, wenigstens die Schäden für die Gemeinde zu begrenzen. Die Schuldenfreiheit halte Ludwigsau auch politisch den Rücken frei. An dieser soliden Haushaltsführung will Rößing daher festhalten. Deshalb befürwortet er auch die Forderung, dass das Land Hessen die Kosten für die Straßensanierung übernehmen müsse. Anliegerbescheide seien ein „vorgestriges Modell“, die Beiträge schwebten wie ein Damoklesschwert über den Köpfen gerade von älteren Bürgern. 

Die Förderung des Gewerbegebiets in Mecklar und Meckbach ist ihm wichtig. Ein Ass habe er aber genauso wenig wie die anderen Bewerber dafür im Ärmel. Die Idee eines Ärztehauses für Ludwigsau hält Rößing grundsätzlich für gut, allerdings müsse zunächst sorgfältig der Bedarf ermittelt werden. Grundsätzlich setzt Rößing auf eine stärkere Bürgerbeteiligung, gerade auch von jüngeren Leuten. 

Dazu müsse auch der Informationsfluss verbessert werden. Er könnte sich daher zum Beispiel eine „WhatsApp-Gruppe“ für die Gemeinde vorstellen. „Die Verwaltung muss die Wege frei machen, anstatt Vorschriften als Schutzschilde gegen die Bürger einzusetzen“, fordert Rößing.

Frank Rößig - Zur Person

Frank Rössing wurde 1968 in Kassel geboren. Er lebt seit 1987 in Rohrbach in einem Mehrfamilienhaus mit seinen Eltern und der Familie des Bruders. Nach dem Abitur in Rotenburg hat Rößing vier Semester Forstwirtschaft in Göttingen studiert und danach eine Gartenbauausbildung absolviert. Seit 1993 arbeitet er gemeinsam mit seinem Bruder als selbstständiger Landschaftsgärtner im eigenen Betrieb. Rößing ist Vorsitzender des Bad Hersfelder Imkervereins, er rudert und liebt den Wald, die Natur und die Jagd. Mit seiner Frau Melanie hat er zwei Söhne, Gero (9) und Hendrik (20.)

Frank Rößig: Kurz gefragt

Mein Lieblingsplatz in Ludwigsau ist … 

neben meinem schönen Zuhause, ein von mir selbst gepflanztes Waldstück mit faszinierendem Panoramablick über einige Ludwigsauer Ortsteile. 

Neubürger sollten nach Ludwigsau ziehen, weil … 

die Lebenshaltungskosten durch maßvolle Politik statt maßloser Verschuldung niedrig und kalkulierbar sind. 

Wenn ich einem Fremden Ludwigsau mit wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich … 

Herrliche Mittelgebirgslandschaften, die Dörfer in den Tallagen eingebettet zwischen Äckern, Wiesen und ausgedehnten Wäldern. Mit einem Wort: LEBENSQUALITÄT! 

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil … 

ich die Werte Ehrlichkeit, Echtheit und Sachorientierung lebe und durch meine langjährige unternehmerische Tätigkeit praxisgerechte Lösungen erarbeiten und neue Impulse geben kann. 

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann … 

würden sich ein Mitbewerber und meine Stammkunden, denen ich dann erhalten bliebe, freuen.

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