Erster Beigeordneter will nicht antreten

Friedhelm Eyert kandidiert nicht als Bürgermeister in Ludwigsau

Hier steh ich nun und will nicht anders: Friedhelm Eyert vor dem Rathaus in Friedlos.

Friedlos. Lange Zeit wurde er als Bürgermeisterkandidat und damit potenzieller Nachfolger des im August nächsten Jahres ausscheidenden Ludwigsauer Bürgermeisters Thomas Baumann gehandelt. Jetzt hat Friedhelm Eyert den endgültigen Verzicht auf seine Kandidatur bekannt gegeben.

In einer Pressemitteilung begründet Eyert, derzeit Erster Beigeordneter der Gemeinde und damit Vertreter des Bürgermeisters, seine Entscheidung in erster Linie mit seinem Lebensalter. „Ich bin jetzt 59 Jahre alt. Bei einem Wahlsieg könnte ich beim Dienstantritt auch gleich meinen 60. Geburtstag feiern. Ich wäre also nur ein Übergangskandidat“, erklärt der langjährige Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Bebra.

„Ludwigsau braucht aber ein Gemeindeoberhaupt, das nach den 24 Amtsjahren von Thomas Baumann die Chance hat, eine neue Ära zu begründen“, sagt Eyert. Rein fachlich wäre Eyert dem Amt des Bürgermeisters gewachsen. Lange Jahre in schwieriger Führungsposition gehen einher mit umfangreicher kommunalpolitischer Erfahrung. Eyert war nicht nur ein Vierteljahrhundert Ortsvorsteher in seinem Heimatort Meckbach, sondern auch als aktiver Sozialdemokrat Berater, Freund und Ghostwriter von Horst Groß, dem noch heute äußerst populären und erfolgreichen christdemokratischen ehemaligen Bürgermeister von Bebra. So verfügt Eyert über beste Kontakte in nahezu alle politischen Lager und gilt als gut vernetzt. Auch in seinem Ehrenamt als Erster Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters verfügt er in Ludwigsau über ein hohes Maß an Popularität.

"Der Lack ist etwas ab"

„Man muss aber ehrlich zu sich sein: Mit fast 60 ist schon ein bisschen der Lack ab“, bekennt Eyert. Leicht irritiert zeigt sich der begeisterte Sportfotograf von den Kandidaturen fast Gleichaltriger in umliegenden Gemeinden. „Die sind fast sechzig, nicht im Geschäft und wollen noch mindestens zwei Wahlperioden amtieren. Die einfache Wahlzeit eines Bürgermeisters beträgt sechs Jahre. Ich frage mich ernsthaft, ob der hehre Idealismus, sich bis ins hohe Alter zum Wohle der Gemeinde aufopfern zu wollen, nicht eher von den Mindestjahren für die Bürgermeisterpension dominiert wird“, meint Eyert.

Für sich selbst hat er noch eine weitere Begründung für seinen Verzicht: „Ich kann mir auch noch was Schöneres vorstellen, als mir mit sechzig Jahren dieses Amt anzutun, nie so richtig Feierabend zu haben und mir Tag und Nacht die wichtigsten Sorgen der ganzen Welt anzuhören“, sagt er. (red/kai)

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