Hainrode und Ersrode vor Inbetriebnahme von Windrädern

Bürger sind stinksauer und fordern Lärm-Messung

Protest vor der Gemeindeverwaltung: Vertreter der „Initiative Hainrode/Ersrode“ bei der Unterschriften-Übergabe an Wilhelm Kümmel und Peter Schütrumpf (Erster und Zweiter von rechts). Foto: Struthoff

Ludwigsau. Die Bürger von Hainrode und Ersrode verlangen eine so genannte Null-Messung, um etwaige Lärmbelastungen durch die geplanten Windkraftanlagen „Am Klosterstein“ besser einschätzen zu können.

Am Mittwoch übergaben Vertreter der „Initiative Hainrode/Ersrode für den Erhalt des heimatlichen Lebensraums, gegen sinnlose Windkraftanlagen und Stromtrassen (IHE)“ 172 Unterschriften in der Gemeindeverwaltung. Weitere sollen folgen, weil derzeit viele Gleichgesinnte im Urlaub sind. Eine Null-Messung soll vor Inbetriebnahme der Windräder die gegenwärtige Lärmbelastung der beiden Ortsteile ermitteln, um anhand dieser Daten später besser Vergleichsmessungen vornehmen zu können.

„Die Bürger sind stinksauer“, sagte Stefan Braun von der IHE bei der Übergabe an den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf und den Ersten Beigeordneten Wilhelm Kümmel, die Bürgermeister Thomas Baumann vertraten, der in Urlaub ist. Man wolle aus den Fehlern lernen, die beim Bau der Windkraftanlagen auf dem Wehneberg gemacht wurden, erklärte Braun.

Im Rohrbachtal seien keine Null-Messungen vorgenommen worden, und jetzt würden die versprochenen Grenzwerte überschritten. Die Bürger in Ersrode und Hainrode sorgen sich vor allem um den Infraschall, der zu Gesundheitsschäden führen kann.

Peter Schütrumpf und Wilhelm Kümmel zeigten Verständnis für das Anliegen der besorgten Bürger, verwiesen aber auf die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums in Kassel. „Wir werden dort zwar angehört, entscheiden tun aber andere“, sagte Schütrumpf. Er verwies zudem darauf, dass für derartige Messungen strenge Auflagen gelten, damit sie auch wirklich als beweiskräftig gelten können.

Die IHE will die gesammelten Unterschriften daher nun auch dem RP übergeben. Die IHE regt aber an, dass die Gemeinde Ludwigsau notfalls selbst eine Null-Messungen beauftragen soll. Die Kosten dafür liegen bei etwa 6000 bis 7000 Euro.

Der Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel, Michael Konrad, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Bürger ihre Unterschriften selbstverständlich in der zuständigen Umweltabteilung des RP abgeben können und von dort auch eine qualifizierte Stellungnahe erwarten dürfen.

Allerdings sei für derartige Messungen normalerweise der Antragsteller, also der Bauherr der Windräder, zuständig, der auch die Kosten zu tragen habe. Wenn die Anlagen bereits genehmigt sind, werde es vermutlich schwierig, noch eine Null-Messung durchzusetzen.

Von Kai A. Struthoff

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