Kritik an Plänen für Neubaustrecke Fulda-Gerstungen

Jagdgenossen gegen ICE-Bahnhof in Ludwigsau

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Blick vom Dickenrück in Richtung Bebra: Elisabeth Apel und Karl-Heinz Prenntzell von der Jagdgenossenschaft. Sie wehren sich gegen den möglichen Bau eines neuen ICE-Bahnhofs in Ludwigsau und zeigen Alternativen auf.   Foto: Wilfried Apel

Die Jagdgenossen üben Kritik an den Bahn-Plänen für Neubaustrecke Fulda-Gerstungen. Sie sprechen sich gegen einen Fernbahnhof in Ludwigsau aus.

Mit Nachdruck sprechen sich die Eigentümer der bejagbaren Grundstücke in Mecklar gegen die mögliche Errichtung eines Fernbahnhofs in ihrer Gemarkung oder im angrenzenden Ludwigsauer Fuldatal aus. Stattdessen fordern sie die Führung der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen vom wahrscheinlichen Abzweigpunkt Beiersgraben aus über den bereits vorhandenen Bahnhof Bebra nach Gerstungen.

„Wir haben bereits in den letzten drei Jahrzehnten erhebliche Eingriffe in eine ehedem intakte Kultur- und Agrarlandschaft hinnehmen müssen“, heißt es in einer Resolution, die die Jagdgenossen bei der Jahreshauptversammlung einstimmig verabschiedeten haben.

Durch den Bau des Umspannwerks, die Erschließung des Industriegebiets Mecklar-Meckbach, den Bau der dafür erforderlichen Verkehrsinfrastruktur und die Ausweisung großräumiger Naturschutz-Ausgleichsflächen würden schon jetzt mehr als 100 Hektar Fläche einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung entzogen.

Eindringlich warnen sie davor, die letzten Auenflächen in der Gemarkung für den Bau eines Fernbahnhofs samt Infrastruktur sowie der erforderlichen Naturschutzausgleichsflächen in Anspruch zu nehmen. Schließlich sei damit der dauerhafte Verlust weiterer landwirtschaftlicher Flächen in einer Größenordnung von weit mehr als 200 Hektar verbunden.

Als wesentlich sinnvollere Alternative schlagen die Jagdgenossen mit Jagdvorsteher Karl-Heinz Prenntzell und Schriftführerin Elisabeth Apel eine Streckenführung vom Überholbahnhof Beiersgraben aus über Geis- und Rohrbachtal mit Untertunnelung des „Stocks“, Ausführung unterhalb der Alheimer-Kaserne und Einführung in den Bahnhof Bebra im Bereich des Umladebahnhofs vor.

„Bei einer derartigen Streckenführung müssten nicht mehr Tunnel und Brücken gebaut werden als bei der bis jetzt im Raum stehenden Trassenführung“, unterstrich Elisabeth Apel im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wenn man auf unseren Vorschlag eingehen würde, könnten Siedlungsgebiete weitgehend geschont werden, die Fuldaaue könnte durch den Bau eines filigranen Brückenbauwerks in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben, und die Strecke könnte auch so geführt werden, dass sie den erforderlichen Kurvenradius aufweist, um in den Bahnhof Bebra eingeführt zu werden“, meint Apel.

Des Weiteren betonte die ehemalige Landtagsabgeordnete, dass es sich auch aus regionalpolitischen Gründen geradezu aufdränge, die alte Eisenbahnerstadt Bebra, in der es schon lange großflächigen, gewachsenen Eisenbahnbetrieb mit Personen- und Güterverkehr gebe, zu stärken, anstatt auf bestem Ackerboden einen neuen Bahnhof in die Gegend zu setzen. „Wir können die Planung auch nicht wie bisher einfach so ins Blaue laufen lassen. Wir müssen im Kreis endlich eine abgestimmte Linie finden, damit wir gegen die große Bahn argumentieren und unsere ureigenen Interessen geltend machen können“, fordert sie,

Die Mecklarer Jagdgenossenschaft verlangt deshalb auch, als Grundstücksgemeinschaft und Träger öffentlicher Belange in das Anhörungsverfahren miteinbezogen zu werden. (apl)

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