Lieder mit Botschaft: Chorleiter Alexander Maier im Porträt

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Leitet gleich zwei Chöre: der 31 Jahre alte Alexander Maier, der aus der Ukraine kommt und der Liebe wegen nach Rohrbach zog.

Rohrbach. Der Liebe wegen hat Alexander Maier 2006 die Ukraine verlassen. Der studierte Musiker ist mittlerweile musikalisch äußerst gefragt.

Ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Kultur und neue Menschen: Für Alexander Maier war eigentlich fast alles neu, als er der Liebe wegen 2006 seine Heimat verließ und nach Deutschland kam. Inzwischen jedoch hat er sich offenbar gut eingelebt - und der studierte Musiker und talentierte Sänger ist auch musikalisch äußerst gefragt.

Seit 2011 leitet der 31-Jährige den MGV Liederkranz Friedlos, der sich aus dem Männer-, Frauen- und Gemischten Chor zusammensetzt und der damals auf der Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Leiter war. „Die haben mich gefunden“, sagt er lachend. Vor gut zwei Jahren kam der Männerchor Lüdersdorf dazu, und wenn er wollte, könnte er noch viele weitere Gesanggruppen dirigieren, berichtet Maier.

Familie an erster Stelle

Doch alle sonstigen Angebote muss der gebürtige Ukrainer ablehnen. „An erster Stelle steht die Familie“, sagt Maier, der zudem im Schichtdienst arbeitet und kürzlich ein Haus gekauft hat, in dem er nun möglichst alles selbst renovieren möchte.

Noch lebt er mit seiner Frau Viktoria und den drei Söhnen in Rohrbach, demnächst zieht die Familie nach Bad Hersfeld. Kennengelernt hatte sich das Paar in der Ukraine bei der Hochzeit von Maiers Bruder.

„Bei der ersten Probe habe ich sehr geschwitzt“, erinnert sich Maier, der sich vor allem um die Verständigung sorgte, an die ersten Takte beim MGV. Dabei kommt es bei den Übungsstunden gar nicht so sehr auf wortreiche Erklärungen an. „Ich mache vieles vor“, erklärt Maier. „Wir haben eine sehr offene Atmosphäre, und ich denke, meine Sänger und Sängerinnen sind zufrieden mit mir.“ Bei aller Bescheidenheit ist der 31-Jährige auch sehr selbstbewusst: „Ich weiß, was ich kann.“

Dabei sei er früher fast aus dem Kinderchor geflogen, „aber ich bin Schritt für Schritt besser geworden.“ Während des Studiums standen unter anderem drei Stunden Singen pro Tag auf dem Programm, Maier lernte Klavierspielen und war auch in einem Orchester aktiv. „Aber ich wollte mich auf den Gesang und das Dirigieren konzentrieren“, so der gebürtige Ukrainer, der vor seinem Umzug nach Deutschland auch in einer professionellen A-capella-Gruppe sang. Der Gesang ganz ohne Instrumentalbegleitung ist ihm am liebsten - auch bei den Chören.

Einen hohen Anspruch hat der 31-Jährige auch, was die Auswahl der Stücke betrifft: „Ein Lied sollte zum Nachdenken anregen und eine Botschaft haben.“ Um für die Zuhörer interessant zu bleiben, sei es darüber hinaus wichtig, das Repertoire regelmäßig zu erweitern. Kirchliche Lieder und Volksmusik stehen auf dem Programm, neben deutschen Liedern darf es aber auch mal was Englisches sein. Nur ein ukranisches Lied habe er seinen Sängern noch nicht beigebracht, das sei wahrscheinlich rein sprachlich doch zu schwierig, scherzt Maier, der zu Hause im Kreise der Familie einen ruhigen Eindruck macht. Aber: „Beim Dirgieren bin ich durchaus temperamentvoll.“

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