Wahl am 8. April

Unternehmer mit Ideen: Martin Grebe will Bürgermeister von Ludwigsau werden

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Bürgermeisterkandidat Martin Grebe mit seiner Frau Irene und den Kindern Marlon (13), Maxim (10) und Mariell (16) auf der Terrasse ihres Hauses mit Blick auf Rohrbach und die Windräder am Bad Hersfelder Wehneberg. 

Ludwigsau. Am 8. April wählt Ludwigsau einen neuen Bürgermeister. Kandidat Martin Grebe möchte unter anderem WLAN in den Bürgerhäusern einführen. Wir stellen ihn vor.

Hinter vorgehaltener Hand nennen ihn manche den Donald Trump von Ludwigsau. Martin Grebe weiß das, aber es stört ihn nicht. Wie der US-Präsident so hat auch Martin Grebe sein Vermögen als „Self-Made-Man“ in der Immobilienbranche gemacht. Sein eigenes Haus zeigt, dass er damit Erfolg hatte. In der lichtdurchfluteten Eingangshalle mit Springbrunnen und Galerie empfängt er Besucher.

Nebenan wird noch gewerkelt. Der Swimmingpool und die Küche sind noch im Bau. Vom Balkon geht der Blick bis zur Hügelkette am Horizont über den Grundbesitz der Familie. Bald schon sollen hier Wasserbüffel grasen. Martin Grebe liebt solche ungewöhnlichen Dinge.

„Wer überholen will, muss die Spur wechseln“, ist sein Lebensmotto. Herausforderungen wie das Amt des Bürgermeisters reizen ihn. Seine Firma läuft, seine Frau Irene hält ihm dort den Rücken frei. Auch die drei Kinder Mariell (16), Marlon (13) und Maxim (10) stehen hinter der Kandidatur des Vaters. Er kann sich also voll auf die Politik konzentrieren. „Ich habe nichts zu verlieren, ich falle so oder so in den Chefsessel“, sagt er selbstgewusst.

Martin Grebe und die Politik

Mit der Kommunalpolitik hatte Grebe bislang wenig am Hut. Sein im vergangenen Jahr verstorbener Vater Karl Grebe war Ortsvorsteher in Rohrbach und saß für die SPD im Gemeindeparlament. Sohn Martin ist nicht Parteimitglied und steht der SPD sogar sehr kritisch gegenüber.

„Aber ich habe meinem Vater den Rücken freigehalten für sein kommunalpolitisches Engagement“, erzählt Martin. So half er in der elterlichen Landwirtschaft, wenn der Vater zu Sitzungen musste.

Martin Grebe ist die Gemeindepolitik in Ludwigsau viel zu träge und eingefahren. Als einziger der fünf Bürgermeisterkandidaten meldet er sich deshalb schon im Wahlkampf regelmäßig per Pressemeldung zu Wort, kritisiert die „dilettantische“ Vermarktung des Gewerbegebiets und geißelt den politischen Stillstand in Ludwigsau. „Im Wahlkampf muss Musik drin sein“, sagt er – und riskiert dabei auch, nicht immer den richtigen Ton zu treffen.

Mit Kritik könne er aber gut umgehen, solange sie konstruktiv ist: „Schließlich habe ich lange mit fremdem Geld gearbeitet, da macht man auch Fehler und kann es nicht jedem Recht machen.“ Sich selbst beschreibt er als „kontaktfreudig und einen, den man gern an seinem Tisch sitzen hat“. Auf seine offene und kommunikative Art und seine Netzwerke in und außerhalb der Gemeinde setzt Grebe auch im Wahlkampf.

Als Bürgermeister will er mit seinem unternehmerischen Wissen punkten und seine Erfahrungen einbringen. So ist sein Hauptziel, die Einnahmen der Gemeinde zu steigern, indem neue Bürger und neue Unternehmen angesiedelt werden. Klingt wie Ludwigsau first. Aber der Slogan ist von einem anderen.

Die politischen Ziele von Martin Grebe

Die Einnahmen der Gemeinde zu erhöhen ist das oberste Ziel von Martin Grebe. Er möchte deshalb neue Einwohner und Unternehmen nach Ludwigsau locken, um so das Grund-, Einkommens- und Gewerbesteueraufkommen zu steigern. Die Ortskerne sollen belebt werden, dazu könnten auch alte und leerstehende Häuser abgerissen werden, um Bauflächen in den Ortslagen zu schaffen. „Ein neues Haus im Ortskern bringt mehr als ein altes Haus“, lautet seine Formel. Dadurch würde auch die vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet, neue Baugebiete müssten nicht teuer erschlossen werden. 

Einen Tunnel durch den Seulingswald könnte sich Martin Grebe als Lösung vorstellen, um das Gewerbegebiet zwischen Mecklar und Meckbach endlich besser an die Autobahn anzuschließen und die Ortslagen von Ludwigsau, aber auch Bebra und Ronshausen vom Durchgangsverkehr zu entlasten. „Man muss auch eine Vision haben“, sagt Grebe zu dem ungewöhnlichen Vorhaben. Straßenbeiträge einfach auf das Land abzuwälzen hält Grebe für zu einfach. Er setzt statt dessen auf ökonomische Sanierungen. Es müssten nicht überall neue Teerstraßen gebaut werden. Bei weniger frequentierten Strecken wären auch Schotterstraßen möglich. Außerdem sollten mehr Straßen gepflastert werden, weil das Reparaturen und Instandhaltung vereinfacht. 

Mehr Wertschätzung für Ehrenämter ist Grebe ein Anliegen. „Den Ortsbeiräten fehlt oft das Feedback“, hat er erfahren. Er möchte ein elektronisches Ratssystem einführen, mit dem die Ehrenamtlichen auch den Stand von Eingaben und Projekten nachvollziehen können. Die interkommunale Zusammenarbeit soll ausgebaut werden. Außerdem möchte Grebe WLAN in Bürgerhäusern einführen.

Zur Person

Martin Grebe wurde 1972 in Bad Hersfeld geboren. Nach der Fachhochschulreife machte er zunächst eine Ausbildung als Chemikant, danach als Kaufmann der Grundstücks- und Immobilienwirtschaft und absolvierte ein Studium zum Diplom-Immobilienwirt. Danach gründete er die Grebe-Hausverwaltung und die „Atrium Immobilien Holding“, die er später an die VR-Bank verkaufte. Danach arbeitete er im Consultingbereich und verwaltet gemeinsam mit seiner Ehefrau Irene die eigenen rund 100 Wohneinheiten. Grebe und seine Frau haben drei Kinder und leben in Rohrbach.

Kurz gefragt

Mein Lieblingsplatz in Ludwigsau ist … 

auf meinem Mountainbike. 

Neubürger sollten nach Ludwigsau ziehen, weil … 

jeder, der das möchte, hier Anschluss findet. 

Wenn ich einem Fremden Ludwigsau mit wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich … 

Natur pur und herzliche Menschen! 

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil … 

ich unabhängig, bürgernah, verantwortungsvoll und Querdenker bin! 

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann … 

werde ich mich weiter intensiv politisch betätigen, um mich für mein Zukunftsbild von Ludwigsau zu engagieren und einzusetzen.

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