Sichtungen bei Hainrode

Schwarzstörche unmittelbar neben Windrädern?

In der Nähe zu den Windrädern bei Hainrode soll es Schwarzstörche geben. Darauf haben Ingo Kühl und Aribert Kirch von der Naturschutzinitiative  hingewiesen.

Die Initiative setzt sich gegen den Bau der Windräder auf der Katzenstirn ein, für die das Genehmigungsverfahren noch läuft. Der vom Windkraftunternehmen beauftragte Sachverständige für das ornithologische Gutachten ist der selbe wie bei den 2015 gebauten Windrädern bei Hainrode.

„Dort wurde, genau wie jetzt bei der Katzenstirn, ein Schwarzstorchvorkommen im Untersuchungsgebiet damals verneint. Es gibt aber zahlreiche Sichtungen und Fotos aus 2015, 2016, 2018 und auch aus diesem Jahr, die das widerlegen“, sagt Kühl. Als er davon hörte, fuhr er am vergangenen Freitag selbst nach Hainrode und fotografierte einen Schwarzstorchhorst, „der rund 500 Meter vom nächsten Windrad entfernt liegt“.

Kühl hat die Fotos unserer Zeitung zur Verfügung gestellt. Er fordert: Die Windräder müssen abgeschaltet werden. Dafür wäre das Regierungspräsidium (RP) Kassel zuständig, das den Bau der Windräder genehmigt hatte. Pressesprecher Michael Konrad sagt auf Anfrage: „Wir wissen von den Berichten eines Schwarzstorchvorkommens bei Hainrode. Unsere Ornithologen müssen das aber zunächst überprüfen.“ Fotos könne man nicht als Beweis werten, weil es grundsätzlich möglich sei, dass sie gefälscht seien. „Wir können nicht einfach die Abschaltung der Windräder verfügen, weil uns im Zweifelsfall der Betreiber verklagen könnte“, sagt Konrad.

Kühl kritisiert das Zustandekommen des Gutachtens. Sein Mitstreiter Aribert Kirch sagt: „Wo Windräder gebaut wurden oder gebaut werden sollen, herrscht rechtsfreier Raum.“ Kühl und Kirch verweisen auf einen Vorfall aus dem Waldgebiet, wo die Windräder auf der Katzenstirn geplant sind. Dort sei rund um die Weihnachtsfeiertage der Horst eines Greifvogels, der in rund zehn Metern Höhe gewesen sei, zerstört wurden. Der Ast, auf dem der Horst gebaut war, sei abgesägt worden. Bei dem Horst hat es sich laut Kühl zwar nicht um einen Schwarzstorchhorst gehandelt – der ein Ausschlusskriterium für den Bau der Windräder wäre. Er hat aber Bedenken, dass es die Täter genau darauf eigentlich abgesehen hatten und es erneut versuchen könnten. Es wurde Strafanzeige erstattet. Der Vorfall ereignete sich, nachdem die Naturschutzinitiative als Einwendung gegen die Windräder das Vorhandensein eines Schwarzstorchhorstes vorgebracht hatte.

Der Erörterungstermin für die geplanten Windräder an der Katzenstirn (zwischen Alheim, Morschen und Spangenberg), bei dem zu Einwänden gegen den Bau der Windkraftanlagen Stellung genommen wurde, hat bereits am 11. April stattgefunden. Ein Protokoll dieser Veranstaltung, das bereits für Anfang Mai angekündigt wurde, ist laut RP-Sprecher Konrad noch in Arbeit.

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