Gemeinde bedankt sich für 24 erfolgreiche Jahre im Rathaus

Thomas Baumann wird Ehrenbürgermeister von Ludwigsau

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Ehrenbürgermeister Thomas Baumann mit seinem Nachfolger Wilfreid Hagemann (rechts) und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf. 

Ludwigsau. In feierlichem Rahmen hat die Gemeinde Ludwigsau ihren langjährigen Bürgermeister Thomas Baumann offiziell verabschiedet und zum Ehrenbürgermeister ernannnt.

Wäre es nach Thomas Baumann gegangen, dann hätte es diesen Abend gar nicht gegeben. „Er hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt“, erzählte der Vorsitzende der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf zu Beginn eines langen und launigen Abends in der voll besetzten Besengrundhalle, mit dem die Gemeinde Ludwigsau und viele, viele Bürger und Weggefährten ihrem langjährigen Bürgermeister Danke und Lebwohl sagten. Und am Ende war Thomas Baumann darüber wohl doch ganz froh. 

Als preußisch-gradling, pflichtbewusst, klar in Stil und Sprache, Prinzipien- und linientreu, als einen, der die eigene Messlatte immer sehr hochlegt – so beschrieben ihn sein Nachfolger Wilfried Hagemann, die Personalratsvorsitzende Nadine Lücke, Sprecher der Fraktionen und der Gemeinde, Vertreter der Kirchen, der Direktor des Städte- und Gemeindebundes Karl-Christian Schelzke sowie Georg von Meibom, der Geschäftsführer von EAM, dem kommunalen Energieversorger, den Baumann ebenfalls tatkräftig mitgestaltet hat. 

Eigens angereist war auch eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Changé, deren Bürgermeister Joel Georges, Baumanns Einsatz für die Städtepartnerschaft würdigte und versicherte: „Unsere Freundschaft kann durch nichts in Frage gestellt werden.“ 

Dem so Gelobten war es angesichts seiner preußischen Tugenden schon ein wenig unangenehm, derart im Mittelpunkt zu stehen. Trotzdem gelang es ihn nicht, die Rührung und den Stolz über so viel Anerkennung und Warmherzigkeit zu verbergen. „Bei Thomas Baumann wusste man immer, woran man ist.“ Elke Künholz Eine besondere Überraschung hatten sich seine Bürgermeisterkollegen einfallen lassen, die für ihren langjährigen Sprecher eigens die Ulli-Meiß-Chöre auf die Bühne der Besengrundhalle geholt hatten. 

Baumanns Nachfolger, Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann ließ erahnen, dass die Rathauschefs in ihren regelmäßigen Runden nicht nur um kommunalpolitische Linien gerungen haben, sondern wohl auch ziemlich viel Spaß hatten. Und so nahm Preßmann auch zielsicher eine Marotte Baumanns ins Visier: „Wenn er etwas aufgezählt hat, dann sagte er immer: a-tens und b-tens“ – eine Eigenart, die auch viele Gemeindevertreter im Publikum wiedererkannten. 

Doch Baumann wurde nicht nur kameradschaftlich auf die Schippe genommen, sondern auch hoch geehrt. Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz verlieh ihm für seine langjährigen Verdienste die höchste Auszeichnung – die Ehrenplakette des Landkreises. „Bei Thomas Baumann wusste man immer, woran man ist, er hat den Mut zur eigenen Meinung“, sagte Künholz und traute sich, den Bürgermeister zu drücken. „Ich habe vorher um Erlaubnis gefragt“, sagte Kühnolz augenzwinkernd in Richtung Baumanns Ehefrau Marlies. 

Auch die Gemeine Ludwigsau selbst ließ sich nicht lumpen. Feierlich erhoben sich alle Anwesenden von den Stühlen, als Bürgermeister Hagemann seinem Vorgänger die Ehrenbürgermeisterwürde verlieh – auf einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung. 

Damit der Geehrte gleich wieder geerdet wird, verriet der Moderator des Abends, der Erste Beigeordnete Friedhelm Eyert, zugleich das Geheimnis vom Baumann erstem Wahlerfolg: „Du hattest damals einen erbärmlich schwachen Gegenkandidaten – nämlich mich“, sagte Eyert und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. 

Dass es auch sonst eher fröhlich als zu ernst zuging, war den Musik- und Tanzeinlage des Gemischten Chors Niederthalhausen, der Volkstanzgruppe Tann und dem Sänger Alexander Meier zu verdanken.

Er setzte mit „Du schenkst mir Kraft“ den musikalischen Schlusspunkt unter diese „Hommage an Thomas Baumann“ (Eyert), der seine Kraft 24 Jahre lang der Gemeinde Ludwigsau geschenkt hat.

Das sagt Thomas Baumann

Es war schon spät, als Thomas Baumann nach vielen Reden, Ehrungen und Danksagung selbst ans Mikrofon trat. Mit lauter, klarer und getragender Stimme, so wie man ihn 24 Jahre lang kannte, gab er zu, dass er zu dieser Feier „gewollt wurde“, aber dass es schön gewesen sei. „Ich habe mich in vielen erkennen können, aber ich wusste gar nicht, dass man mir das Preußische so anmerkt“. Er habe sich stets als Sachverwalter der Bürger gesehen. Man habe sich intern oft gezofft, aber immer zusammen gestanden, wenn es gegen Ludwigsau ging. Er dankte seinen langjährigen Weggefährten, allen voran dem langjährigen Ersten Beigeordneten und Ehrenbürger Wilhelm Kümmel, aber auch seinen Vorzimmerdamen, „die geduldig meine Marotten ertragen haben“. Und dann gab Baumann seinem Nachfolger und allen anderen Bürgermeistern noch einen wertvollen Tipp mit auf dem Weg: „Kommunalpolitik ist wie Jazz-Musik – man muss improvisieren können und stets auf seine Partner reagieren.“ Klingt eigentlich ganz einfach, wenn man die Klaviatur beherrscht und weiß, wie man den richtigen Ton trifft.

Viele Fotos von der Veranstaltung gibt es in unserer Fotostrecke. 

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