Wahl am 8. April

Einer, der Brücken baut: Tino Hölzer will Bürgermeister von Ludwigsau werden

+
Bürgermeisterkandidat Tino Hölzer mit seiner Frau, der Kinderkrankenschwester Annett und den Kindern Jannis (12) und Milla (10), die beide auch begeisterte Fußballspieler sind. 

Am 8. April wählt Ludwigsau einen neuen Bürgermeister. Wir stellen die fünf Kandidaten in der Reihenfolge vor, wie sie auf dem Wahlzettel stehen.

Bei Familie Hölzer geht’s rund. Vater Tino, Sohn Jannis (12) und Tochter Milla (10) sind vollkommen fußballbegeistert. Da kann auch Mutter Annett, die als Kinderkrankenschwester im Klinikum arbeitet, nicht einfach an der Seitenlinie stehen. Eine solche Familie funktioniert nur als Team.

Und im Team wurde auch entschieden, dass Tino Hölzer als Bürgermeister von Ludwig-sau kandidiert. „Wir haben gemeinsam überlegt, ob wir das alles schaffen, und jetzt stehe ich voll hinter meinem Mann“, erzählt Annett Hölzer am Esstisch in der Küche ihres Holzhauses in Meckbach

„Herausforderungen reizen mich“, sagt Tino Hölzer. „Ich liebe Menschen, und ich will etwas bewegen.“ Und in Bewegung ist er auch selbst. Er vibriert vor Energie, spricht schnell, unter dem Tisch wippt derweil sein Bein. Hölzer packt Dinge an und nennt sich selbst einen Brückenbauer. Wie wichtig das ist, hat er am eigenen Leib erfahren.

Hölzer wurde in Thüringen geboren und kam kurz nach der Wende als 14-Jähriger nach Ludwigsau. „Ich war der erste Flüchtling in der Gemeinde“, erzählt er schmunzelnd und verschweigt nicht, dass dieser Neustart am Anfang schwierig war.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum er sich so sehr für den Sport engagiert. Als Jugendleiter versucht er, die Kindermannschaften der Gemeinde zu vereinen. „Ich bin der Trainer für alle“, sagt er, doch er kennt auch die Widerstände, die es dabei zu überwinden gilt.

Gerade die nördlichen Ortsteile fühlten sich oft nicht richtig zugehörig, hat er festgestellt, und will deshalb einiges anders machen. „Ich möchte den Leuten das Gefühl geben, sie werden ernstgenommen.“ Unrealistische Versprechen lehnt er ab.

„Ich verbiege mich nicht und rede auch keinem nach dem Mund.“ Für Ludwigsau strebt er einen „Masterplan“ an, der aber noch nicht fertig in der Schublade liegt. Hauptziel dabei ist es, die Lebensqualität in der Gemeinde zu steigern. Kitaplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Vereinsleben, Verkehrssituation – das sind nur einige der Punkte, die er angehen will. „Ich will aber keine Parolen raushauen, sondern mir erst mal selbst ein Bild machen“, sagt er.

Analyse, Planung, Umsetzung nennt er als Bausteine für den Erfolg. Oft seien es Kleinigkeiten, die gar nicht viel Geld kosten, die aber den Unterschied machen. So könnte er sich beispielsweise vorstellen, Flohmärkte, Konzerte, Kabarett oder Disco-Veranstaltungen zu organisieren, um die Lebensqualität in Ludwigsau weiter zu steigern.

„Wenn man manche so reden hört, könnte man meinen, die Gemeinde liege in Schutt und Asche“, ärgert sich Hölzer. Dabei gehe es Ludwigsau vergleichsweise sehr gut, sagt er und klingt dabei wie ein Fußballtrainer, der seine Mannschaft für ein wichtiges Spiel heiß macht.

Tino Hölzer ist ein Team-Player, aber am 8. April ist er bereit, als Sturmspitze aufs Feld zu gehen.

Die politischen Ziele von Tino Hölzer

Als Fußballtrainer ist Tino Hölzer Teamarbeit sehr wichtig. So möchte er zum Beispiel die bestehenden Unternehmen in Ludwigsau an einen Tisch holen und ihnen vermitteln, wie wichtig sie sind. Diese Art von Wertschätzung komme zur Zeit zu kurz. Der Unternehmenspark Mecklar-Meckbach soll weiterentwickelt werden. Dabei hält Hölzer den Plan, auch kleinere Einheiten zu vermarkten, für richtig. „Wir werden keine Großindustrie nach Ludwigsau bekommen“, meint er. 

Die Familienfreundlichkeit der Gemeinde steht für Hölzer ganz oben auf der politischen Agenda. Dabei sei es vor allem wichtig, Lebensqualität auf einem bezahlbaren Niveau anzubieten. Dazu will Hölzer gemeinsam mit den Bürgern einen „Masterplan“ für Ludwigsau erarbeiten, in dem alle relevanten Themen gebündelt werden sollen: Die medizinische Versorgung, die Stärkung der ortsansässigen Firmen, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Statt alte Häuser in den Ortskernen abzureißen, möchte Hölzer lieber jungen Familie dabei unterstützen, die Gebäude wieder zu bewohnen. 

Die gute Betreuung von Senioren ist ein weiteres Anliegen von Hölzer. Durch seine Arbeit in der Pflegeberatung kennt er die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft und weiß, dass wohnortnahe Versorgung und Mobilität dabei wichtige Faktoren sind. Dazu gehöre auch die medizinische Versorgung. Hier müsse die Gemeinde Anreize schaffen, beispielsweise durch den Bau eines zentralen Ärztehauses. „Ich verspreche nicht, dass alles ganz toll wird“, sagt Hölzer, „aber ich nehme mich den Problemen an“.

Zur Person 

Tino Hölzer (41) wurde in Thüringen geboren und kam kurz nach der Wende nach Ludwigsau. Nach dem Abitur und dem Zivildienst im Klinikum hat er eine Ausbildung zum Werbekaufmann bei der IHK in Wuppertal absolviert. 2001 hat sich Hölzer mit einer Pflegeberatung selbstständig gemacht. Nach einem kurzen Abstecher in die Medienbranche arbeitet er inzwischen wieder als Angestellter in seinem Unternehmen, das inzwischen seinen Sitz in Berlin hat. Hölzer ist außerdem Jugendleiter der Fußballvereine in Ludwigsau. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter und lebt in Meckbach.

Kurz gefragt

Mein Lieblingsplatz in Ludwigsau ist … 

meine Hollywoodschaukel auf meiner Terrasse. Hier bin ich zwar selten, aber zum Abschalten und Erholen gibt es keinen besseren Platz! 

Neubürger sollten nach Ludwigsau ziehen, weil … 

hier das Leben bezahlbar ist und gerade für Familien gute Lebensbedingungen herrschen und auch in Zukunft herrschen werden. 

Wenn ich einem Fremden Ludwigsau mit wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich … 

Hier ist die Welt noch in Ordnung! 

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil … 

das Amt des Bürgermeisters keine „One-Man-Show“ ist und ich gewohnt bin, ein Team zu führen, Menschen zu motivieren und mich für das Gemeinwohl einzusetzen. 

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann … 

werde ich weiter sehr gern hier leben und meine zahlreichen Aktivitäten, die ich seit vielen Jahren einbringe, auch weiter führen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.