Alles vor der Steckdose

Umspannwerk Mecklar wird fit gemacht für höhere Anforderungen

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Blick von oben: Zu sehen ist ein Teil der Gesamtanlage, links der Neubauteil, im Hintergrund die Bahnstrecke, das Dorf Mecklar und das DHL-Firmengebäude.

Mecklar. Zweimal wird es wohl noch Frühling werden, bis das am Rande von Mecklar gelegene Umspannwerk (UW) mit einer der modernsten gasisolierten Schaltanlagen für noch mehr Versorgungssicherheit in der Mitte Deutschlands sorgen wird.

Grund genug für den Reiloser Ortsvorsteher Jörg Meckbach, beim Netzbetreiber Tennet um einen Termin zu bitten und sich mit dem Ortsbeirat von Tennet-Projektleiter Michael Hörmann über den Stand der Dinge informieren zu lassen. Schließlich werden rund 40 Millionen Euro verbaut, und das soll nicht ganz ohne die passieren, die rund um die Anlage politisch Verantwortung tragen, die von den Bürgern gefragt, „bei der Einweihung, wenn's Häppchen gibt, möglicherweise aber vergessen werden“ – so Meckbach augenzwinkernd.

Vom Nebeneingang aus geht es mit Warnweste und in Sicherheitsschuhen zu einer improvisierten Info-Wand, an der ein Plakat hängt, auf dem in Grundzügen Umbau und Erweiterung des UW Mecklar erläutert werden. Bei technischen Laien mag es für Verwirrung sorgen, für Fachleute ist ganz offensichtlich, wo und wie die alte 380-kV-Leitung Borken-Mecklar versetzt und neu angeschlossen wird, wo und wie die erst kürzlich planfestgestellte, neue 380-kV-Leitung Wahle-Mecklar herangeführt wird, wo und wie der ankommende Strom die bereits bestehende Schaltanlage und die im Bau befindliche durchläuft und transformiert wird. Alles mit Blick auf die erhöhten Anforderungen an das Stromnetz, das sich seit Errichtung der mittlerweile zu schwach dimensionierten Mecklarer Anlage „vom Verbundnetz zum Transportnetz“ entwickelt hat, wie Tennet-Mann Hörmann betont.

Es leuchtet ein, wenn er darlegt, warum die alte Schaltanlage „nicht mehr passt“, und warum es im Instandsetzungs- oder Abschaltungsfall sinnvoll ist, auf drei statt nur auf zwei Sammelschienen zurückgreifen zu können. Tennet-Pressereferent Markus Lieberknecht erläutert auf Nachfrage, dass nach aktuellem Planungsstand lediglich die Leitung Wahle-Mecklar neu gebaut wird. Die gesetzlich abgesegnete Leitung Mecklar-Grafenrheinfeld stehe in den Sternen („Da ist jetzt die Landespolitik gefragt.“), und was die Südlink-Trasse anbelange, sei es so, dass eine Verbindung mit dem UW Mecklar keinen Sinn mache.

Beim anschließenden Gang über die Großbaustelle erleben die Ludwigsauer, wo praktischerweise Tunnel für Kabelleitungen gebaut worden sind, wo die zwei vor ein paar Tagen teilweise sogar über Wasserwege angelieferten 400-kV-Kompensationsspulen stehen, die in naher Zukunft für Netzstabilität sorgen sollen, und natürlich auch, wie gasisolierte Leitungen funktionieren, die es überhaupt erst ermöglichen, dass Schaltanlagen sehr viel platzsparender gebaut werden können als früher.

Dabei ist allerdings Schwefelhexafluorid (SF 6) im Spiel, was zur Folge hat, dass auf die kleinste Kleinigkeit geachtet werden muss. Was Hörmann fast wie auf Bestellung untermauert, als er bei einer im Außenbereich verlegten Leitung eine Delle entdeckt: „Das wird den vorgesehenen Abnahmezeitpunkt wohl um einige Zeit nach hinten wandern lassen.“ Stromtransport – bei Tennet gerne als „Taking power further“ bezeichnet – ist eben kein Kinderspiel. (apl)

Besuch im Umspannwerk in Mecklar

Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
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Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel
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Zu Besuch im Umspannwerk Mecklar. © Apel

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