Mit der Polizeistreife unterwegs

Polizei zeigt Präsenz auf dem Lullusfest - Schlägereien zu später Stunde

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Präsenz zeigen: Während des Lullusfestes sind regelmäßig Polizeistreifen auf dem Festplatz unterwegs. Dabei werden die Bad Hersfelder Beamten von Kollegen der umliegenden Stationen unterstützt.

Probleme mit Gewalt gibt es auf dem Lullusfest in der Regel erst zu später Stunde. Grundsätzlich verläuft das Fest aber weitgehend friedlich.

Dichtes Gedränge herrscht auf dem Lollsrummel am Samstagabend. Menschen aller Altersgruppen schlendern über den Festplatz. Oder besser: Sie lassen sich im Menschenstrom mitschieben. Zwischendrin eine Streife der Lullusfestwache der Polizei.

Wie seit vielen Jahren schon hat auch in diesem Jahr die Polizeitstation Bad Hersfeld ihre Lollswache direkt am Festplatz, im städtischen Verwaltungsgebäude eingerichtet. Dort sind täglich vor allem in den Nachmittags- und Nachstunden Beamte präsent, um den Festbesuchern mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen, Fragen zu beantworten und im Bedarfsfall einzugreifen.

Kameras überwachen den Festplatz

An diesem frühen Samstagabend ist jedoch noch alles ruhig. Auf Monitoren hat der Leiter der Wache, Polizeioberkommissar Nikolai Schwieger, den Festplatz, das Fierche und den Linggplatz im Blick. Es gehe nicht darum, einzelne Personen zu beobachten, betont Schwieger. Das wäre aufgrund der Bildqualität und des Gedränges auch nur schwer möglich. Doch wenn sich Konflikte anbahnen, wenn es Schlägereien oder Probleme gibt, dann ist das erkennbar und ermöglicht der Polizei ein schnelles Eingreifen.

Zur Verstärkung der Bad Hersfelder Beamten sind am Samstagabend, wie auch an den anderen besucherstarken Tagen, Kollegen der umliegenden Polizeistationen im Einsatz. In Dreiergruppen gehen sie über den Festplatz, zeigen Präsenz und sind ansprechbar bei Problemen.

Die meisten Festbesucher reagieren freundlich auf die Ordnungshüter, gehen gerne auch mal einen Schritt zur Seite, um die Streife durchzulassen. Zwischendurch ergeben sich immer wieder kurze Gespräche – man kennt sich in der Region, trifft Bekannte.

Andere Festbesucher sprechen die Polizeibeamten an und fragen, wo sie welches Fahrgeschäft oder wie sie wieder zu ihrem Auto finden – die Polizei wird als Freund und Helfer gerne in Anspruch genommen.

Wenn die Stimmung nicht so freundlich ist, dann helfe oft die Body-Cam, eine kleine Videokamera, die einige Streifen auf der Schulter tragen. Das Wissen, dass aggressives Verhalten aufgezeichnet werde und so nachgewiesen werden könne, wirke oft beruhigend und deeskalierend, berichtet Schwieger.

Jugendschutz im Blick

Zu fortgeschrittener Stunde haben die Beamten bei ihren Rundgängen auch immer einen Blick auf Jugendliche. „Es ist nicht unsere Intention, jemandem das Fest kaputtzumachen“, sagt Nikolai Schwieger. Er weiß aber auch, dass an Lolls gerade junge Leute gerne über die Stränge schlagen, länger unterwegs sind und mehr Alkohol trinken, als erlaubt. Ihm geht es vor allem um den Jugendschutz. Werden Jugendliche stark alkoholisiert angetroffen, werden die Eltern verständigt, die ihre Sprösslinge dann auf der Wache abholen können.

Vor allem haben die Polizisten der Lollswache aber mit verloren gegangenen Brieftaschen, Handys oder Schlüsseln zu tun, von denen die meisten den Eigentümern wieder ausgehändigt werden können.

Erfreulich ruhig und friedlich sei das Lullusfest 2019 bisher verlaufen, berichtet Nikolai Schwieger, am Samstagabend Leiter der Lollswache der Polizei am Rande des Festplatzes. Dass es ein paar körperliche Auseinandersetzungen gebe, sei bei einem Volksfest dieser Größe und Besucherzahl zu erwarten. So war es auch am Wochenende: 

Mit dem Knie ins Gesicht gestoßen

Gegen Mitternacht am Samstag kam es am Kirchplatz, unweit des Lullusfeuers, zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Personen, heißt es in einer Pressemitteilung der Lollswache. Dabei verletzte ein bisher Unbekannter einen 21-Jährigen aus Ludwigsau durch einen Stoß mit dem Knie in dessen Gesicht schwer. Der Ludwigsauer musste mit mehreren Kieferverletzungen ins Klinikum Fulda gebracht werden. Der Täter wird wie folgt beschrieben: Männlich, etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß, kurze braune oder schwarze Haare, vermutlich russischer Abstammung. Er trug eine schwarze Lederjacke, eine schwarze Hose und schwarze Schuhe. 

Angetrunkene Frau beschuldigt Schausteller

Kurz darauf eskalierte gegen 0.30 Uhr eine Auseinandersetzung zwischen dem Betreiber eines Fahrgeschäfts und einer Besucherin. Der Schausteller hatte der Besucherin Hausverbot für sein Fahrgeschäft erteilt. Die Frau beleidigte daraufhin den Mann mit Worten und Gesten. Die stark angetrunkene Frau erschien dann auf der Festplatzwache und behauptete, der Mann habe sie gestoßen, sodass sie zu Fall gekommen sei und sich am Knöchel verletzt habe. Sie wolle deswegen Anzeige erstatten. Nachdem die Streife die Videoaufzeichnungen des Fahrgeschäfts eingesehen hatte, stellte sich heraus, dass es den angeblichen Stoß nicht gegeben hatte. Gegen die Frau wurden Strafverfahren wegen Beleidigung und Vortäuschen einer Straftat eingeleitet. 

Stehtisch gestohlen

Ebenfalls am Samstagabend wurde der Diebstahl eines Stehtisches bei der Polizei angezeigt. Der Tisch (graue Grundfarbe mit schwarzen Punkten) war am Freitag in der Zeit zwischen 20 und 1 Uhr vor einem Schnellrestaurant am Linggplatz entwendet worden. 

Blutige Nase

Im Festzelt war es am Freitagabend gegen 23.25 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen. Dabei erlitt ein 38-Jähriger aus Bad Hersfeld eine blutige Nase. 

Frauen gerieten heftig aneinander

Heftig aneinandergeraten waren zudem am Freitag kurz vor Mitternacht zwei Frauen am Autoskooter. Nach verbalen Beleidigungen soll eine 51-Jährige aus Wermelskirchen ihrer 20 Jahren alten Kontrahentin einen Ohrring und einen Fingernagel herausgerissen haben. Die 51Jährige erlitt einen Bruch des kleinen Fingers.

Hinweise in allen Fällen erbittet die Polizei in Bad Hersfeld, Telefon  06621/9320 oder im Internet unter onlinewache.polizei.hessen.de.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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